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Queens Of The Stone Age Villains


Da sollte man meinen, eine Band wie Queens Of The Stone Age vertilgt einen wie Mark Ronson zum Frühstück und muss danach nicht mal rülpsen. Aber es scheint ganz gut geklappt zu haben: Das siebte, von Ronson produzierte QOTSA-Album, „Villains“ („no political statement“, so Josh Homme, schade eigentlich!), versucht sich tatsächlich eifrig an einem neuen Sound. Der sitzt noch nicht so ganz maßgeschneidert, hängt bei einigen Songs in Form einer unheilverkündenden Streichermelodie hinterher („Domesticated Animals“), hat bei anderen etwas von The Sweet auf Speed („The Way You Used To Do“), macht aus „Head Like A Haunted House“ speedigen Powerpop mit einer hübschen kleinen Theremin-Kapriole in der Mitte und rückt das brachialromantische, eindrucksvolle Midtempostück „Un-Reborn Again“ soundlich unverhofft ein bisschen in Richtung Gary Numan, was ja an und für sich ganz wundervoll ist. Überhaupt fällt einem stärker als sonst britischer Elektropop beim Hören ein: Es synthesizet („Feet Don’t Fail Me“) und plingelt, wo sonst meist Gitarren dröhnten. Aber die sind glücklicherweise immer noch da und hauen einen ZZ-Top-mäßig um.

Ein irrer Ritt

Man sei auch an Tanzmusik interessiert gewesen, ließ Homme vorher verlauten – einige Songs haben tatsächlich harmonisch etwas von Duran Duran, mit denen Ronson vor Kurzem gearbeitet hatte. Langweilig wird das Neun-Song-Album jedenfalls nicht: Im grandiosen „The Evil Has Landed“ knallen Homme und die üblichen Unverdächtigen Troy Van Leeuwen, Dean Fertita, Michael Shuman und Jon Theodore (und keine Gäste) einem dann wieder hin, was sie aus dem Effeff, mit Augen zu, rückwärts und mit mindestens drei Promille intus beherrschen und wofür sich auch Jimi Hendrix nicht schämen würde. Der Song erreicht mit sechseinhalb Minuten zudem die amtliche Länge, bei der man gerade noch ohne Nackenschmerzen mitnicken kann. Die Psychedelic-Experimente mancher letzter Platten haben sie dabei fast vollständig in mehr Beat und mehr Energie aufgelöst – nur bei „Villains Of Circumstance“ schwingt Hom–me sich von balladenhaftem Kopfstimmen-gesang über die verlorene Gitarre und den düsteren Mystery-Text ohne Angst vor 70er-Kitsch bis hin zu einem Ultravox-Eagles-Prog-Rock-Gemisch (oder so ähnlich). Ein irrer Ritt!

Schwer zu sagen, was Homme durch die Zusammenarbeit mit Iggy Pop gelernt hat, denn cool as fuck war er bekanntlich schon vorher – aber vielleicht konnte der lederhäutige Meister ihm noch mal deutlich vorleben, dass Coolness auch bedeuten kann, musikalisch vor nichts und niemandem Angst zu haben. (Matador/Beggars)

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