„Spider-Noir“: Der etwas andere Serien-Superheld

Zwischen Hard-Boiled-Krimi-Klassiker-Hommage und Superhelden-Sage - bitte nicht in Farbe gucken!

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Für alle, die sich nicht so gut in den Marvel-Universen auskennen: In den Comics ist es nicht immer der Waisenjunge Peter Parker, der zum Superhelden Spider-Man wird. In einem alternativen Universum (Earth-1610) schwingt zum Beispiel der Afro-Latino-Teenager Miles Morales von Wolkenkratzer zu Wolkenkratzer, in einem anderen (Earth-65) wird Gwen Stacy von einer radioaktiven Spinne gebissen und zu Spider-Woman. Und dann gibt es noch Ben Reilly (Nicolas Cage), der als The Spider im New York der 1930er-Jahre so lange den Helden spielte, bis seine Verlobte ums Leben kam. Seither weigert er sich seine Superkräfte zu nutzen und verdingt sich mehr schlecht als recht als Privatdetektiv in einem Großstadtmoloch, den der Gangsterboss Silvermane (Brendan Gleeson) fest im Griff hat. Doch dann trifft Reilly auf die Femme Fatale Cat Hardy (Li Jun Li), stolpert in seinen bisher größten Fall und fragt sich, ob es an der Zeit ist, sein Spinnenkostüm doch wieder anzuziehen.

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Der Achtteiler „Spider-Noir“ kommt daher, als ob dieser Superheld nicht von Stan Lee, sondern von Dashiell Hammett, Raymond Chandler oder Mickey Spillane erfunden wurde. Die Serie von Oren Uziel ist eine wunderbar stilechte Hommage an die Hard-Boiled-Krimi-Klassiker. Alles hier wirkt wie ein Zitat aus „Die Spur des Falken“ oder „Tote schlafen fest“: der Plot, der immer wieder ins Detektivbüro und in einen Nachtclub führt, die Figuren, die musikalische Inszenierung, das Spiel mit Licht und Schatten oder die Schwarzweißästhetik (nur Banausen schauen die farbige Fassung der Serie an, die ebenfalls verfügbar ist). Und Nicolas Cage als desillusioniert-zynischer, ziemlich heruntergekommener Privatdetektiv und Ich-Erzähler aus dem Off ist verdammt nah dran an Humphrey Bogarts Interpretationen von Sam Spade oder Philip Marlowe. (Prime Video)

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