Thomas von Steinaecker: Die Verteidigung des Paradieses (Kritik & Stream) - Rolling Stone






Thomas von Steinaecker Die Verteidigung des Paradieses



von

Thomas von Steinaecker, ausgewiesener Kenner des Werks von Philip K. Dick, ist ein Meister des Verwirbelns von visionären Gesellschaftsbildern, dystopischen Welten, den Auswirkungen der Geschichte und literarischen Versatzstücken. Meist waren seine Romane beunruhigend, erschreckend, paranoid, erzeugten Schwindelgefühle, waren aber auf ein ganz merkwürdige und fantastische Weise unterhaltsam. Dabei musste man sich auf seine sprachlichen Experimente und seine zutiefst unzuverlässigen Erzählperspektiven einlassen. Im neuen Roman herrscht nun die totale Ernsthaftigkeit: Deutschland ist zerstört und verseucht, Drohnen und Banden bedrohen die Überlebenden. Der 15-jährige Heinz haust mit einer bunt zusammengewürfelten Handvoll Menschen auf einer Alm, ein Baby wird geboren. Eine Seuche bricht aus, sie müssen fliehen und sich in die Hände von Schleusern begeben. Heinz ist der Chronist dieser postapokalyptischen Zukunft. Aber ist er überhaupt ein Mensch? Und was macht eigentlich einen guten Menschen aus? (S. Fischer, 24,99 Euro) Rezension von Philipp Haibach


ÄHNLICHE KRITIKEN

Stephen King – Lisey's Story

Die neue AppleTV+-Serie „Lisey's Story“ wurde nur lauwarm aufgenommen. Dabei versprach schon der Roman nichts Gutes – die Geschichte einer...

AC/DC :: Rock Or Bust

Simpel, stoisch, stampfend, schunkelnd: Auch ohne Malcolm Young bleiben AC/DC die Meister des effizienten Hardrock – unsere Review von 2014 als...

Arne Reimer :: American Jazz Heroes, Volume 2


ÄHNLICHE ARTIKEL

Wie schreibt man eigentlich einen Song, Jeff Tweedy?

Wilco-Songwriter Jeff Tweedy erklärt in seinem neuen Buch „Wie schreibe ich einen Song“, dass das Geheimnis seiner Kunst gar kein Geheimnis ist. Im Gespräch mit seinem Übersetzer, dem Songwriter Philip Bradatsch, philosophiert er über den kreativen Prozess, den Mythos der göttlichen Eingebung und den Weg zur Inspiration

100 Jahre Jack Kerouac: „Er hat das Haus des Rock’n’Roll gebaut.“

Ein Gespräch mit Robert Forster zum Geburtstag des Schöpfers von „On The Road“

Interview mit Karen Duve: Wie ich Olaf Scholz zum Bundeskanzler machte

Als 2016 ihr dystopischer Roman „Macht“ erschien, musste die Autorin viel Kritik einstecken. Gerade mal fünf Jahre später ist vieles davon wahr geworden. It’s the end oft he world, wie Karen-Duve-Leser es schon kennen