Schauspieler Tim Roth: „Ich wurde missbraucht“


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Ob in „Pulp Fiction“, „Planet der Affen“, „Hateful Eight“ oder „Lie to Me“: Tim Roth verkörperte stets starke Charaktere, denen scheinbar nichts etwas anhaben konnte – diesen Eindruck erweckte der Schauspieler auch im wahren Leben. Jetzt allerdings enthüllte er in einem Interview mit dem „Guardian“, dass er als Junge missbraucht wurde, und zwar von seinem eigenen Großvater.

Zwar erwähnte der 55-Jährige den Missbrauch schon einmal an früherer Stelle, hielt sich damals jedoch bedeckt, als es um den Täter ging. Wie Roth jetzt erzählte, war er zudem nicht das einzige Opfer des tyrannischen Familienmitglieds: „Auch mein Vater wurde bereits von ihm missbraucht. Es war sein Vater. Mein Großvater war ein verdammter Vergewaltiger.“

 

Der Film als Ventil

In seinem Regiedebüt 1999 versuchte Roth, den Missbrauch mit „The War Zone“ zu verarbeiten. Auch darin ist Missbrauch innerhalb der eigenen Familie ein Thema, doch in seinem eigenen Leben konnte dem Schauspieler niemand wirklich helfen: „Niemand hatte Worte, für das was passierte. Niemand wusste, was zu tun ist. Deshalb habe ich ‚The War Zone‘ gemacht.“ Der Film erhielt damals einige Auszeichnungen, unter anderem auf der Berlinale sowie dem Europäischen Filmpreis.

Zuletzt war das Thema sexueller Missbrauch wieder allgegenwärtig: Evan Rachel Wood sprach davon, dass sie in früheren Jahren vergewaltigt worden war; Lady Gaga wurde, wie sie unlängst wieder erzählte, Opfer einer Vergewaltigung; und auch die Sex-Szene zwischen Marlon Brando und Maria Schneider in „Der letzte Tango in Paris“ war, wie sich herausgestellt hat, nicht einvernehmlich.