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Serj Tankian kritisiert Trump für „katastrophale“ Vereinbarung mit Türkei


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Serj Tankian empört sich über eine der letzten Amtshandlungen von Donald Trump. In letzter Minute unterzeichnete Trump einen Befehl, der der Türkei Rechtsansprüche auf indigenes Eigentum in Tankians Heimatland Armenien gewährt. Der System of a Down-Sänger wählte dabei drastische Worte.

Die Türkei erhält Rechte über kulturelles Erbe indigener Völker Armeniens

Nachdem Trump gestern, am 20. Januar 2021 sein Amt verlassen hatte, kommentierte Serj Tankian, was dieser in seinen letzten Stunden als US-Präsident so trieb. In einem Facebook-Post teilte er einen Beitrag des „Armenian National Committee of America“, welcher besagt, dass „die Trump-Administration eine katastrophale bilaterale Vereinbarung zwischen den USA und der Türkei unterzeichnete, die der Türkei Rechte über das riesige religiös-kulturelle Erbe der indigenen Völker und anderer Minderheiten in der Region gewährt“.

Tankian fügte in seinem Post hinzu: „Danke Trump. In letzter Minute haben Sie beschlossen, der Türkei das indigene Kulturerbe meines Volkes zu gewähren, einschließlich alter Kirchen und Steinkreuze, als Belohnung dafür, dass sie versucht haben, uns auszurotten. Ich habe noch nie einen Präsidenten gesehen, der so viel Schwanz lutscht.“

Thanks Trump. In your last minute you decided to grant Turkey my people’s indigenous cultural heritage including ancient…

Gepostet von Serj Tankian am Dienstag, 19. Januar 2021

Serj Tankian befürchtet Völkermord an Armeniern

Serj Tankian äußerte sich bereits mehrmals mit politischen Statements hinsichtlich der Umstände in seinem Heimatland Armenien. Erst kürzlich sprach er in einem Interview von der „hohen Wahrscheinlichkeit eines Völkermords an den Armeniern“. Seine Kommentare bezogen sich auf die Republik Artsakh, eine ethnisch-armenische Region, die international als Teil von Aserbaidschan anerkannt ist und in der Beobachter vor einem Genozid in der Region gewarnt haben.

Tankian ist bereits seit einiger Zeit als politischer Aktivist in Armenien aktiv. Dieses Engagement kommt nun auch auf die Leinwand. Im Februar erscheint der Film „Truth To Power (Wahrheit an die Macht)“, welcher Tankians Rolle in der armenischen Revolution von 2018 beleuchtet.

System of a Down: Politische Spannungen

Erst kürzlich bezeichnete der Sänger System of a Down-Fans, die gleichzeitig Trump-Befürworter sind, als „Heuchler“. Als Trump-Gegner trifft Tankian in System of A Down jedoch nicht auf Zuspruch. So ist System Of A Down-Schlagzeuger John Dolmayan bekennender Trump-Anhänger und wurde immer wieder bei Kundgebungen gesichtet. Zudem lobte Dolmayan Donald Trump bei mehreren Gelegenheiten im Jahr 2020 öffentlich. Im Oktober gab Tankian schließlich selbst zu, dass es frustrierend sei, ein „politisches Gegenstück“ zu System Of A Down-Schlagzeuger John Dolmayan zu sein.

Nichtsdestotrotz sagt Tankian, dass System of a Down bestehen bleibt, solange alle Mitglieder auf der „gleichen Wellenlänge“ sind.


Zukunft von System of a Down: „Wir werden niemals aufhören“

System of a Down meldeten sich erst vergangenen November, nach 15 Jahren Pause, mit neuer Musik zurück. In einem Interview deutete Sänger Serj Tankian nun an, dass damit noch kein Schlusspunkt gesetzt wurde. Können wir bald mit noch mehr neuem Material rechnen? Kreative und politische Differenzen Verfolgte man die Schlagzeilen der letzten Jahre, bekommt man den Eindruck, System of a Down würden immer weiter auseinander driften - hinsichtlich ihrer politischen Positionen als auch kreativ. So sorgten Tankian und Kollege Daron Malakian 2018 für Schlagzeilen, als sie ihren Unmut über ihre kreativen Differenzen öffentlich kundtaten. Die Band konnte sich schlichtweg nicht…
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