Die „Simpsons“ schicken den Duffman in Rente

Die Figur wird seit ihrem ersten Auftritt 1997 von „Simpsons“-Fans geliebt. Nun erhält der Duffman eine neue Rolle.

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Die neuste Folge der „Simpsons“ mit dem Titel „EoD“ ist eigentlich eine saftige „Severance“-Parodie. Aber sie brachte auch eine weitere Änderung im Kosmos der Gelben: der legendäre Duffman gehört nun der Vergangenheit an.

Berühmt wurde er 1997 in der legendär-lustigen Folge „Homer und New York“ (The City of New York vs. Homer Simpson, Staffel 9). Sein Ausspruch „Oh Yeah!“ wurde zum geflügelten Wort unter den glühenden Anhängern der langlebigen Zeichentrickserie. Zu hören ist er auch in der neuen Folge der Serie, aber zugleich erfahren wir auch, dass der Duffman ausgedient hat.

In der Story wird Homer von der Werbeikone ausgewählt, um für ein undurchsichtiges Unternehmen namens „Enthusiasm on Demand“ (also: EoD) zu arbeiten. Verkauft werden soll künstlich erzeugte Begeisterung. Eine deftige Satire auf heutige Konsumerlebnisse, die mit Emotionen aufgepumpt werden.

Kein Duffman mehr, weil…

Doch Barry, wie der Duffman mit bürgerlichem Namen heißt, hat seinen Bierdosen-Gürtel inzwischen abgelegt, trägt offenes Hemd und erklärt, dass die Duff Corporation keine Verwendung mehr für seinen Charakter hatte. Der Grund: Junge Menschen hätten kein Interesse mehr an Werbefiguren oder TV-Spots („Die Kinder von heute können nicht einmal mehr die Werbesongs singen“). Oder wollen die Macher der Serie einfach nicht mehr für ungebremsten Alkoholkonsum werben?

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Am Ende von „EoD“ hat Barry zwar keine Lust mehr auf die neue Aufgabe – aber eben auch nicht auf eine Rückkehr ins Duffman-Kostüm. Es ist übrigens nicht der einzige „Abschied“ in der 37. Staffel der „Simpsons“. Vor wenigen Wochen musste Kirchen-Organistin Alice Glick das Zeitliche segnen.

Warum gehört „Homer und New York“ zu den besten „Simpsons“-Folgen?

Die Episode, in welcher der Duffman zum ersten Mal zu sehen ist, hat unter den langjährigen Zuschauern der gezeichneten Sitcom einen ausgezeichneten Ruf. Sie gilt als einer der späten Höhepunkte der goldenen Phase der „Simpsons“ und hat eine unfassbar hohe Gag-Dichte. Sie lässt Homer minutenlang am Big Apple verzweifeln, weil Saufkumpan Barney sein Auto dort mitten zwischen den Twin Towers geparkt hat.

Die Befreiung läuft alles andere als glatt. Während Lisa, Marge und Bart die Vorzüge der Stadt genießen (mit einem tollen Musical-Besuch und der mit einem Emmy prämierten Nummer „You’re Checkin’ In“}, wird Homer von Woody Allen mit Müll beworfen und probiert zum ersten Mal in seinem Leben Krabbensaft. Das hätte er lieber gelassen!

Insgesamt ist die Folge eine schöne Verbeugung vor dem Mythos New York. Sender Fox wollte nach den Ereignissen des 11. September 2001 auf weitere Ausstrahlungen verzichten, doch ihr Kultfaktor verhinderte das.

Marc Vetter schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.