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RS-History

„The Rocky Horror Picture Show“: Sex, Gewalt, viel Quatsch und noch mehr gute Songs

Musicals werden eher selten von Menschen besucht, die sich wirklich für Musik interessieren. Oder für interessante Handlungsstränge. Oder für gute Schauspieler. Der Pathos von „Cats“ oder dem „Phantom der Oper“, der Unsinn von „Starlight Express“: nichts für schwache Nerven.

Natürlich gibt es Ausnahmen: die „West Side Story“, wenn man es altmodisch mag. Hair“, wenn man Hippies mag. Und dieses eine Musical, das fast jeder wenigstens einmal gesehen hat – und das viele dutzendfach gesehen haben: Richard O’Briens „The Rocky Horror Picture Show“.

 

Der rote Mund, der einen eingangs zur „late night double feature picture show“ einlädt, verspricht schon Faszinierendes: „Science fiction … Dr. X will build a creature … see androids fighting … Brad and Janet …“ Man weiß nicht, was soll es bedeuten, aber es klingt interessant. Und so geht es einem eigentlich während der gesamten eineinhalb Stunden: alles Quatsch, aber unwiderstehlich.

Enter at your own risk!

Susan Sarandon und Barry Bostwick spielen das Spießerpaar, das in einem Schloss landet, in dem seltsame Leute wild feiern. Der bucklige Butler Riff Raff lässt Böses erahnen, und wenn Magenta mit ihrem irren Augenaufschlag „Fantasy, free me“ singt, ist das mehr als das Motto des Films – es ist ein Versprechen.

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Es war die Zeit der beginnenden Geschlechter-Verwirrung (David Bowie! Alice Cooper! Kiss!), und Tim Curry trumpfte als „Sweet Transvestite“ Frank N Furter auf: exaltiert, eingebildet, empfindlich – ein Lustmolch, der gottgleich sein will, aber auch wie eine herrlich beleidigte Leberwurst gucken kann. Es folgen Gewalt, Sex, Menschenversuche, Streit, schwuler Sex, Züchtigung, Wut, Gruppensex, viel Verwirrung und noch mehr Blödsinn.

Völlig unmotiviert rauscht Meat Loaf auf dem Motorrad an und gibt Rock’n’Roll zum Besten, Saxofon-Solo inklusive. Susan Sarandon ist sehr lange in Unterwäsche zu sehen. Alle schmettern sich ständig die Seele aus dem Leib (nur der Rocky-Darsteller durfte nicht selbst singen, das übernahm Trevor Horn für ihn), am Ende erreicht der psychedelische Schwulst fast Pink-Floyd-Format, und alle heben ab (bis auf die, die tot sind).

picture alliance / Mary Evans Pi
picture-alliance / Mary Evans Pi


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