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Highlight: The Rolling Stones: Die 15 spannendsten Cover-Versionen ihrer Songs

The Rolling Stones live: Wolfgang Doebeling erinnert sich

Es herrschte Ausnahmezustand. Wie überall, wo die Stones 1965 auftraten, zeigte die Staatsmacht ihre Zähne. Berittene Hundertschaften und Wasserwerfer gehörten zur Standard-Abschreckungskulisse, ihr Einsatz trug für gewöhnlich allerdings eher dazu bei, den Druck im Kessel zu erhöhen. In der Berliner Waldbühne im September flog dann der Deckel weg, aufgestaute Wut entlud sich, und als Folge der „Krawallnacht“, wie die lokale Presse titelte, ging einiges zu Bruch, nicht zuletzt die Waldbühne selbst. Erst Jahre danach konnten dort wieder Konzerte stattfinden, auch die Stones nutzten die Freilichtbühne seither noch mehrmals. Mit einem Zeugenbericht kann ich nicht dienen, mein erster Berliner Stones-Gig fand erst acht Jahre später statt, an anderer Stelle, nicht halb so geschichtsträchtig, indes nicht weniger aufregend.

Eigentlich gehörten die Hells Angels nicht zu dem Personenkreis, dessen Nähe ich je gesucht hätte. Im Gegenteil, normalerweise machte ich einen großen Bogen um die allzeit Gewaltbereiten, belächelte sie für ihr spätpubertäres Motorradgebrumm und die anderen hirnlosen Insignien von Männlichkeitskult und Stammesdünkel. Für mich waren diese vereinsmeiernden Biker bloß ausgewachsene, stiernackige Exemplare einer Spezies, die mir aus meiner Schulzeit in ausgesprochen unguter Erinnerung blieb: Gleichaltrige, die unentwegt an ihren Mopeds herumbastelten und darauf mit befremdlichem Stolz einherknatterten, anstatt sich den wirklich aufregenden Dingen des Lebens zu widmen, wie Musik und Mädchen. Nein, ehrfurchtgebietend waren die Hells Angels nicht, nur furchteinflößend.

Durchgeschwitzt, aber glücklich in der ersten Reihe

Daran änderte sich Ende Oktober 1973 zwar prinzipiell nichts, doch sollte ich der weltweit Schrecken verbreitenden Rocker-Gang in den folgenden Jahren des Öfteren zu großem Dank verpflichtet sein. Ort des augenöffnenden Erstkontakts war die Deutschlandhalle im Berliner Westend, ein inzwischen längst abgerissener Mehrzweckkasten mit mieser Akustik, der immerhin 10.000 Besuchern Platz bot. Zu wenig für die Stones, deren Abschluss-Konzert einer zweimonatigen Europa-Tournee natürlich Garant für ein proppenvolles Haus war. Wollte man den Gig ganz vorn an der Bühne genießen, hatte man sich also etliche Stunden vor Konzertbeginn einzufinden. Was ich, in Stones-Erlebnisoptimierungs-Strategien erprobt, natürlich tat. Ans Gitter der Bühnenabsperrung gedrückt, durchgeschwitzt, aber glücklich ließ ich meinen Blick nach hinten schweifen, erfüllt von jener Körper und Seele durchflutenden Vorfreude, die sich verlässlich einzustellen pflegt, wenn eine Stones-Show unmittelbar bevorsteht.



The Rolling Stones: Die 15 spannendsten Cover-Versionen ihrer Songs

Otis Redding - „(I Can't Get No) Satisfaction“ Otis Redding galt zu Lebzeiten als einer der mitreißendsten Live-Musiker. "Schuld" an dieser Tatsache war auch seine unglaubliche Version von "Satisfaction" - vor allem jene, die auf dem legendären Live-Mitschnitt seiner Apollo-Show verewigt wurde. Videos zeigen, wie beseelt er sich in den Song wirft. Er peitscht ihn dem Ende entgegen, während ihm der Schweiß die Stirn runter läuft... https://www.youtube.com/watch?v=gmnZRBTPzg0 https://www.youtube.com/watch?v=NPgRxrMF93A Marianne Faithfull - „As Tears Go By“ "I want a song with brick walls all around it, high windows and no sex" - so lautete angeblich der Arbeitsauftrag von Stones-Manager Andrew Loog…
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