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111 Songs: Wir sind Helden – „Denkmal“

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111 Songs: Wir sind Helden – „Denkmal“

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Guten Tag, guten Tag, ich will mein Leben zurück!“ – so stellten sich Wir sind Helden 2003 mit ihrer ersten Single vor. Ein Jahr später surften auch Silbermond und Juli auf der perfekten Welle. Popbands mit Frontfrauen und deutschen Texten waren auf dem Vormarsch und eroberten die Republik. Deutsch texten, ohne dass es peinlich wird – das ist keine leichte Aufgabe, und die genannten Bands lösten sie mal mehr, mal weniger gut. Die Texte von Juli und Silbermond waren direkter mit ihrer Euphorie und ihrem Herzschmerz, während Wir sind Helden musikalisch wie textlich verspielter an ihren Deutschpop herangingen. Ihr Synth-Pop mit den zuckersüßen Melodien und den naiv-kreativen Wortspielen, geballt zu beobachten bei „Außer dir“, war erwachsener und zugleich kindlicher. Eine gewisse Nostalgie schwingt in ihren Songs auch immer mit, nicht nur beim swingenden „Gekommen um zu bleiben“. Aber auch nachdenkliche Schwermut steht ihnen gut zu Gesicht.

„Denkmal“ war eine der erfolgreichsten Singles der Band um die hinreißende Judith Holofernes. Das Lied ist ein verhältnismäßig straighter Midtempo-Rocker, mit einer Synthie-Linie, die – und das ist positiv gemeint – an die Sportfreunde Stiller erinnert. Auf dem Album folgt mit „Du erkennst mich nicht wieder“ direkt ein ebenfalls wunderschönes, melancholisches Liebeslied. Trotzdem bleibt „Denkmal“ der Lovesong auf „Die Reklamation“ – eines der schönsten Lieder über Liebe überhaupt, das so beginnt:  „Komm mal ans Fenster komm her zu mir/ Siehst du da drüben gleich da hinterm Wellblechzaun/ Da drüben auf dem Platz vor Aldi haben sie/ Unser Abbild in Stein gehaun …“ Ungewöhnlich unkitschig – schließlich hält der Text das Bild des Denkmals die ganze Zeit aufrecht – und doch hoffnungslos romantisch. Nie war Vandalismus so herzergreifend. Hol den Vorschlaghammer!

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