Christopher Nolan verrät, warum er Travis Scott für „The Odyssey“ gecastet hat
„Ich wollte darauf anspielen, dass diese Geschichte als mündliche Dichtung überliefert wurde – was dem Rap durchaus ähnelt“, sagt der Regisseur.
Regisseur Christopher Nolan erklärt seine Entscheidung, den Rap-Superstar Travis Scott in seinem kommenden Epos „The Odyssey“ zu besetzen: Die Präsenz des Musikers solle die Wurzeln der Geschichte in der mündlichen Erzähltradition unterstreichen – einer Tradition, die er mit Hip-Hop vergleicht.
„Ich habe ihn gecastet, weil ich darauf anspielen wollte, dass diese Geschichte als mündliche Dichtung überliefert wurde – was dem Rap durchaus ähnelt“, sagte Nolan gegenüber „Time“ über Scotts Rolle im Film.
Die Spekulationen über Scotts Rolle hatten sich Anfang des Jahres zugespitzt, nachdem ein Trailer zu „The Odyssey“ veröffentlicht wurde. Fans erkannten darin eine mysteriöse Figur, die dem Grammy-nominierten Rapper verblüffend ähnlich sah. Der Film mit Matt Damon, Anne Hathaway, Tom Holland, Robert Pattinson, Lupita Nyong’o, Zendaya und Charlize Theron sorgt bereits im Vorfeld für Aufsehen – als erster abendfüllender Spielfilm, der vollständig auf IMAX-Kameras gedreht wurde. Der Kinostart ist für den 17. Juli geplant.
Nolans kreative Freiheit nach „Oppenheimer“
Im Interview blickte Nolan auch darauf zurück, wie der enorme Erfolg seines Films „Oppenheimer“ von 2023 den Weg für das Projekt geebnet hat. Das Oscar-prämierte Drama spielte weltweit knapp eine Milliarde Dollar ein und gewann mehrere Academy Awards – was dem Regisseur deutlich mehr künstlerischen Spielraum verschaffte. „Das hat mir Optionen eröffnet“, so Nolan. „Was bisher wirklich nie gemacht wurde, ist eine filmische Umsetzung von ‚The Odyssey‘ mit allen Mitteln einer großen Hollywood-Studioproduktion. Das ist eine merkwürdige Lücke in der Filmgeschichte.“
Scott, der bereits einen Track zum Soundtrack von Nolans Film „Tenet“ aus dem Jahr 2020 beigesteuert hatte, ist zwar vor allem als Musiker bekannt, hat seine Filmauftritte in den vergangenen Jahren aber stetig ausgebaut. Zu seinen Krediten zählen „Gully“, „Aggro Dr1ft“, die Dokumentation „Look Mom I Can Fly“ sowie Auftritte bei „Saturday Night Live“ und „The Kardashians“.
Damit reiht sich Scott in eine kleine, aber illustre Liste von Musikern ein, die Nolan im Laufe der Jahre vor die Kamera geholt hat. David Bowie spielte bekanntlich den Erfinder Nikola Tesla in „The Prestige“ von 2006, während Harry Styles in „Dunkirk“ die Rolle des Alex übernahm – einer seiner ersten großen Auftritte als Schauspieler.