WM 2026 in der Trump-Ära: Einreiseverbote überschatten das größte Turnier aller Zeiten
Schiedsrichter aus Somalia abgewiesen, iranische Delegation blockiert, schottische Fans ruiniert – die WM 2026 zeigt, was Trumps Amerika wirklich bedeutet.
Die „größte, inklusivste und großartigste WM aller Zeiten“ steht uns bevor – so beschreibt es zumindest FIFA-Präsident Infantino Ende Mai 2026. Da scheinen sich zwei Präsidenten gefunden zu haben. Denn bei Trump ist anscheinend auch alles einfach nur „great“ in diesen Tagen – große Angriffswellen gegen den Iran und großes Ausbuhen im NBA-Finale. Infantino hat dabei nicht ganz unrecht: Es wird die größte WM, die es je gegeben hat. Zumindest was die Teilnehmerzahl betrifft – von 32 auf 48 Teams aufgestockt, dürfen wir uns nun auf Nationen wie Kongo, Haiti, Usbekistan und Katar freuen. Ob die erhöhte Teamanzahl auch mit weiser Voraussicht eingeführt wurde? Das große „Land of the Free“ scheint diese Nationen dann doch nicht mit so offenen Armen zu empfangen.
Die Einreisepolitik der USA
Das Turnier wird von den Gastgeberländern USA, Mexiko und Kanada ausgetragen – doch die gesamte Aufmerksamkeit zieht die USA auf sich. Wie so oft bei Trump folgt Schlagzeile auf Schlagzeile. Die lang befürchteten Einreiseprobleme für verschiedene Nationen realisieren sich zusehends. Noch 2017 versicherte Infantino: „Alle müssen einreisen können, sonst gibt es keine WM.“ Damals konnte der FIFA-Präsident freilich nicht ahnen, dass ein FIFA-Friedenspreisträger einen aktiven Krieg gegen ein teilnehmendes Land führen würde.
Man könnte meinen, dass die iranische Mannschaft nur zu Spieltagen einreisen darf und einzelnen Delegationsmitgliedern die Einreise komplett verweigert worden ist sei ein Ausnahmefall. Doch es ist nur die Spitze des Eisbergs, denn es trifft auch von der FIFA eingestellte Schiedsrichter. Omar Artan wurde 2025 zu Afrikas bestem Schiedsrichter ernannt, aber laut „The Athletic“ wurde der 34-Jährige nach einer zusätzlichen Überprüfung am Flughafen Miami als nicht einreiseberechtigt abgewiesen. Omar stammt aus Somalia, einem Land, das unter der Regierung Trump einem generellen Einreiseverbot unterliegt. Auch der irakische Spieler Aymen Hussein wurde laut Sportschau fast sieben Stunden am Flughafen Chicago festgehalten.
Auch Europa bleibt nicht verschont
Damit stehen mindestens Somalia und Iran bislang auf der Liste solcher von Trump drangsalierten Länder – doch wie steht es um Europa? Kennen Sie noch den ehemaligen Gladbacher Breel Embolo? Der Schweizer „Nati“-Spieler erhielt sein Visum erst nach einer nachträglichen Überprüfung. Grund war eine Auseinandersetzung Embolos in einem Baseler Ausgehviertel aus dem Jahr 2018. Und die Schotten? Auch da sind die Schotten dicht – Entschuldigung für das Wortspiel. Denn laut BBC hatten mehrere Fans die rekordteuren Eintrittskarten bereits gekauft, um anschließend mit einem verweigerten Visum auf den Kosten sitzen zu bleiben.
Es bleibt spannend, ob alle Spieler und Fans die Stadien erreichen – und wie viel Geld sie bei diesem Unterfangen verlieren. Es ist eben alles „Great“: große Preise, große Teamanzahl, große Inszenierung – und große Abweisungswellen.