Ace Frehley: 10 wilde Geschichten aus dem Leben des Spaceman
Raketenunfälle, Verfolgungsjagden mit der Polizei und mehr: zehn wilde Ace-Frehley-Anekdoten.
Ace Frehley ist tot. Der US-amerikanische Musiker starb am 16. Oktober 2025 im Alter von 74 Jahren. Als Spaceman und Leadgitarrist von KISS schrieb Frehley Rockgeschichte. Er war aber nicht nur für tolle Riffs und Soli, sondern auch für wilde Geschichten und den einen oder anderen Ausrutscher bekannt. Wir widmen uns sieben Anekdoten aus dem wilden Leben von Ace Frehley.
1. Der Parfümrausch
Dass Ace Frehley dem Alkohol nicht abgeneigt war, ist hinlänglich bekannt – und der Musiker machte auch nie ein Geheimnis daraus. Mitte der Siebziger kam es während einer Limousinenfahrt zu einer bizarren Szene, die bis heute in KISS-Kreisen erzählt wird. Frehley war frustriert, weil kein Alkohol aufzutreiben war. Als jemand scherzhaft bemerkte, Parfüm enthalte schließlich auch Alkohol, soll Frehley die Bemerkung wörtlich genommen haben – und eine ganze Flasche auf Ex getrunken haben.
„Er meinte, Parfüm enthält Alkohol, also müsste es ja wirken“, erzählte Gene Simmons später lachend. Laut Ultimate Classic Rock soll der Wagen danach tagelang nach Chanel No. 5 gerochen haben. Frehley selbst nannte es rückblickend „den teuersten Rausch meines Lebens“.
2. Das Chaos-Interview in der Tom Snyder Show
Das wohl berüchtigtste Ace-Frehley-Interview aller Zeiten fand am 31. Oktober 1979 in der NBC-Talkshow Tomorrow with Tom Snyder statt. KISS traten in kompletter Besetzung auf – Gene Simmons, Paul Stanley, Peter Criss und Ace Frehley. Schon zu Beginn war klar, dass einer nicht ganz nüchtern war.
Als Snyder ihn neckisch fragte: „You’re kind of like a spaceman?“, kam Frehleys spontane Antwort: „No, actually, I’m a plumber.“ Was folgte, war minutenlanges Gelächter – Frehley kicherte, Snyder lachte mit, Peter Criss bog sich vor Spaß, während Simmons und Stanley versteinert daneben saßen.
Laut Louder Sound war das Interview ein peinlich-komischer TV-Moment, der bis heute Kultstatus hat. Frehley erklärte später: „Das mit dem Klempner kam völlig aus dem Nichts. Ich hatte das nicht geplant. Warum mir so was in den Kopf schießt – keine Ahnung. Wahrscheinlich wegen all der Substanzen, die ich damals nahm.“
3. Der Nazi-Streich in Japan
Allerdings waren nicht alle Eskapaden von Ace Frehley etwas, worauf er später stolz war – etwa jene mit der Nazi-Uniform. Wir schreiben das Jahr 1977: KISS befinden sich auf Japan-Tour, die Band auf dem Höhepunkt ihres Ruhms. Aus Spaß kauften sich Frehley, Paul Stanley und Peter Criss laut Classic Rock in einem Laden alte Nazi-Uniformen – angeblich als Requisite. Später in der Nacht klopften sie damit, offenbar angetrunken, an die Hoteltür von Gene Simmons und sollen laut „kissfaq,com“ Naziparolen gerufen haben.
Simmons, dessen Mutter den Holocaust überlebt hatte, öffnete – und war entsetzt. In Interviews bestätigten Simmons und Frehley später, dass dieser Moment für alle Beteiligten zutiefst unangenehm war. Frehley erklärte Jahre später, er habe „nicht nachgedacht“ und diesen Witz „zutiefst bereut“ „Im Nachhinein tut mir das leid. Es hat wahrscheinlich negative Erinnerungen in ihm wachgerufen. Aber wenn man mitten im Geschehen steckt, merkt man manchmal nicht, dass man etwas tut, das jemanden verletzen könnte. Ich möchte hiermit offiziell erklären, dass ich nicht an Hitler oder seine Ideologie oder irgendetwas, wofür er stand, glaube“, so Frehley später in einem Interview mit MTV.
4. Der Stromschlag von Lakeland
Legendär ist auch der 12. Dezember 1976 in der KISS- und Frehley-Geschichte. Bei einem Konzert in Lakeland, Florida, erlitt Ace Frehley auf der Bühne einen schweren Stromschlag, als er ein Metallgeländer berührte. Er wurde zu Boden geschleudert und war kurzzeitig gelähmt. Nur eine halbe Stunde später kehrte er jedoch auf die Bühne zurück – als wäre nichts geschehen – und spielte das Konzert zu Ende.
Den Vorfall verarbeitete Frehley 1977 im Song „Shock Me“, erschienen auf dem KISS-Album „Love Gun“. Es war sein erster Gesangsbeitrag auf einer KISS-Platte – und einer der Songs, die ihn endgültig zur Legende machten.
5. Der Autounfall 1974
Wir befinden uns im Jahr 1974, als KISS „Hotter Than Hell“ veröffentlichten. Frehleys Alkoholkonsum nahm zu dieser Zeit bereits bedenkliche Ausmaße an. Alkoholisiert verursachte er einen schweren Autounfall in den Hollywood Hills.
„Eines Nachts habe ich mich betrunken und bin in den Hollywood Hills herumgefahren. Ich bin immer schneller um denselben Block gefahren, bis ich die Kontrolle verloren habe und gegen einen Telefonmast geprallt bin. Ich glaube, ich habe das Schicksal herausgefordert. Ich stieg aus dem Auto und hatte mir den Kopf aufgeschlagen. Ich bin zurück zum Hotel gelaufen und habe an die Tür meines Roadmanagers geklopft, während mir das Blut über das ganze Gesicht lief. Er sagte: ‚Oh Gott, was ist mit dir passiert?‘ Ich sagte: ‚Ich habe ein Auto zu Schrott gefahren.‘ Eines von vielen – es war wie der Beginn einer Saga“, zitiert KissTimeline.com.
Bei den Fotos zum Album durfte Frehley deshalb nur seine unverletzte Gesichtshälfte schminken – auf dem Cover und im Booklet ist das deutlich zu erkennen. Der Unfall gilt heute als Symbol für jene Phase, in der Genie und Selbstzerstörung bei Ace Frehley untrennbar miteinander verbunden waren.
6. Das gefährliche Make-up
Natürlich – Ace Frehleys silbernes Spaceman-Make-up war absolut ikonisch. Doch einmal hätte es ihm beinahe die Sehkraft gekostet. Überliefert ist die Geschichte, dass Frehley nach einer Show in Paris mit einem Freund ausgiebig mit Champagner feierte und schließlich einschlief, ohne das Make-up abzuwaschen.
„Ich wachte auf, und durch das nicht abgewaschene Silber – es besteht aus Metallpulver – waren meine Augen zugeschwollen. Ich war blind“, erzählte Frehley später. In Panik suchte er einen Arzt auf, der ihm helfen konnte. Doch für kurze Zeit glaubte Frehley, er würde nie wieder sehen. Sein Markenzeichen war eben nicht nur spektakulär, sondern auch gefährlich.
7. Die Sache mit den unterschiedlichen Schuhen
Der erste Eindruck zählt – auch bei einer Band-Audition. 1973 stellte sich Ace Frehley bei Paul Stanley und Gene Simmons vor, um Gitarrist bei KISS zu werden. Und er erschien in einem Outfit, das man nicht so schnell vergisst: mit zwei unterschiedlich farbigen Turnschuhen. „Da lief so ein Typ rein mit einem orangenen und einem roten Sneaker“, erinnerte sich Gene Simmons später. „Ich dachte, ein Penner von der Straße hätte sich verirrt – aber er hatte eine Gitarre dabei.“ Wie die Geschichte ausging, ist bekannt: Frehley spielte vor, brillierte – und wurde zum Gitarristen von KISS.
8. Die DeLorean-Flucht vor der Polizei
1983 – kurz nach seinem Ausstieg bei KISS – raste Ace Frehley in seinem silbernen DeLorean (dem Auto aus Zurück in die Zukunft) durch White Plains, New York. Er war betrunken und hatte keinen gültigen Führerschein. Laut Wikipedia und Rock Soldiers-Biografien verursachte er einen Auffahrunfall – und als die Polizei ihn kontrollieren wollte, täuschte er Kooperation vor, gab Gas und flüchtete. Es folgte eine kurze Verfolgungsjagd, die damit endete, dass Frehley gestellt und wegen Trunkenheit am Steuer verhaftet wurde.
9. Exzesse bei Dimebag Darrell
Dass Ace Frehley keine Party ausließ, bestätigte er selbst in mehreren Interviews. Besonders legendär ist seine Begegnung mit Dimebag Darrell von Pantera. Laut Metal Sludge und Loudwire verbrachten die beiden ein exzessives Wochenende in Dallas – zwischen Dimebags Haus, dessen Bruder Vinnie Paul und deren Stripclub „The Clubhouse“.
In jener Nacht sei, wie Frehley später erzählte, „alles ein bisschen eskaliert“. Irgendwann habe er sich – stark angetrunken und in ausgelassener Stimmung – in Gesellschaft einer Prostituierten vergnügt, während Dimebag und dessen Freundin im Raum waren und lachten. „Ich war so betrunken, dass es mir völlig egal war“, erinnerte sich Frehley später.
10. Raketenunfälle
Pyrotechnik gehörte bei Ace Frehley einfach dazu – manchmal mit unvorhersehbaren Nebenwirkungen. Einmal, so erzählte er bei MusicRadar, feuerte er auf der Bühne eine seiner Gitarrenraketen ab – und sie schoss haarscharf an Gene Simmons vorbei. „Die flog direkt an seinem Kopf vorbei – das hätte böse enden können“, lachte Frehley später.
Doch nicht immer ging es glimpflich aus. Seine legendäre Raketen-Gitarre war zusätzlich mit Rauchbomben ausgestattet – und eine davon zündete eines Abends zu früh. Die Explosion schmolz das hitzebeständige Material seines Kostüms an sein Bein. „Ich habe mir damals richtig das Bein verbrannt“, erinnerte sich Frehley. „Das verdammte Zeug klebte an meiner Haut.“