Ace Frehley ist tot: Seine zehn besten Songs

Von „Cold Gin“ bis „Rip It Out“: Die besten Songs von Ace Frehley.

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Einer der großen Rock’n’Roll-Gitarristen aller Zeiten ist von uns gegangen. Ace Frehley, der legendäre Spaceman von KISS, ist tot. Am 16. Oktober 2025 starb er in Morristown, New Jersey, nach einer Hirnblutung infolge eines Sturzes. Mit ihm verliert die Musikwelt nicht nur ein Gründungsmitglied einer der einflussreichsten Rockbands der 1970er-Jahre, sondern auch einen der schillerndsten und prägendsten Gitarristen unserer Zeit – einer, auf den sich alle berufen.

Aus diesem Grund widmen wir uns zehn der großen Songs von Ace Frehley – egal, ob aus seiner Zeit mit KISS, seinen Soloalben oder seinen späten Projekten.

1. „Shock Me“ (Love Gun, 1977)

Der archetypische Frehley-Moment: Der Stromschlag, der ihn fast tötete, wurde zur Ace-Frehley-Hymne und gewissermaßen zur Götterdämmerung. „Shock Me“ ist die Geburtsstunde des Spaceman-Mythos: Unfall, Ironie und Triumph vermengen sich zu einer Rock’n’Roll-Legende. Frehley schrieb den Song nach einem Stromschlag auf der Bühne und sang zum ersten Mal selbst – mit dieser charakteristischen, charmant-lallenden Stimme. Das Riff ist stoisch, das Solo ein Raketenstart.

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2. „New York Groove“ (Ace Frehley, 1978)

Sein größter Solo-Hit, sein musikalischer Heimflug. Frehley schrieb den Song nicht selbst, er stammt vom britischen Musiker Russ Ballard, doch seine Version machte ihn weltberühmt. „New York Groove“ vermengt Funk, Glam und Straße zu einer hymnischen Rückkehr in die Bronx, wo Frehley aufgewachsen ist. Der Song ist eine Liebeserklärung an Asphalt, Neon und nächtliche Selbstgewissheit. Das Gitarrenlick ist simpel, aber makellos präzise. Frehley singt mit seiner lässigen, charakteristischen Selbstironie. Das ist der Spaceman auf Heimaturlaub, ohne Raketen und Raumanzug.

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3. „Rip It Out“ (Ace Frehley, 1978)

Der Opener seines Soloalbums ist gleich ein imposantes Statement. „Rip It Out“ ist ein kompromissloser Hardrock-Song mit kantigem Riff und treibendem Rhythmus. Frehley singt mit spürbarer Entschlossenheit; beim Gitarrensolo hält er sich kurz, aber präzise – kein unnötiger Ton, nur Energie und Timing.

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4. „Rocket Ride“ (Alive II, 1977)

„Rocket Ride“ ist eines der Stücke, die Frehleys Bühnenfigur bei KISS nicht nur bestens beschreiben, sondern auch definierten. Extraterrestrisches Flair trifft auf straighten Hardrock und treibenden Groove – und über allem das typische Frehley-Augenzwinkern.

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Die besten Songs von Ace Frehley, Platz 5-10 – von „Cold Gin“ bis „Parasite“

5. „Cold Gin“ (KISS, 1974)

Auch wenn Gene Simmons „Cold Gin“ sang – es ist der erste Song, den Frehley für KISS schrieb. Ihm gelang damit ein Stück, das zu einem festen Bestandteil jedes KISS-Konzerts wurde. Schlicht, effektiv und ohne Umwege – ein früher Beweis für sein Gespür für einfache, starke Strukturen.

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6. „Strange Ways“ (Hotter Than Hell, 1974)

„Strange Ways“ ist ein langsamer, schwerer Song mit starkem Blues-Einfluss. Peter Criss übernahm den Gesang, während Frehley eines seiner markantesten Soli beisteuerte. Eine unterschätzte Perle im KISS-Katalog – roh, direkt, unverwechselbar.

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7. „Dark Light“ (Music from ‘The Elder’, 1981)

Zunehmend wurde Frehley unzufriedener mit der Richtung, die KISS einschlugen. „Dark Light“ kann durchaus als sein musikalisches Statement dazu gelesen werden – denn es ist einer der wenigen echten Rocktitel auf dem stark experimentellen, von Produzent Bob Ezrin konzipierten Konzeptalbum mit orchestralen und erzählerischen Elementen. Der Song wurde gemeinsam von Ace Frehley, Gene Simmons, Lou Reed und Bob Ezrin geschrieben, basiert aber klar auf Frehleys musikalischer Idee und seiner charakteristischen Gitarrenarbeit.

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8. „Parasite“ (Hotter Than Hell, 1974)

„Parasite“ stammt von Ace Frehley und erschien 1974 auf dem Album „Hotter Than Hell“. Der Song ist schnell und riffbasiert, mit einfachem Aufbau und klarer Rhythmik; Gene Simmons übernahm den Gesang.

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9. „Fractured Mirror“ (Ace Frehley, 1978)

Einen besonderen Platz im Frehley-Kanon hat sein Solostück „Fractured Mirror“, das sein 1978 erschienenes Soloalbum beschließt. Es handelt sich um ein Instrumentalstück mit Akustik- und E-Gitarren, die in mehreren Schichten übereinandergelegt wurden. Dezente Glocken- und Echoeffekte erzeugen eine ruhige, fast filmische Atmosphäre.

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10. „Into the Void“ (Psycho Circus, 1998)

Zu guter Letzt soll hier auch ein Beitrag Frehleys zur späten 90er-Phase von KISS Platz finden. „Into the Void“ greift viele typische Frehley-Charakteristika auf: das langsame, schwere Riff, eine sparsame, eingängige Melodieführung und die markante, leicht versetzte Gesangslinie. Der Song erinnert stilistisch an seine Arbeiten der 70er-Jahre; Frehley klingt jedoch ein wenig kontrollierter als früher.

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Ace Frehley: Infos zum Tod

Ace Frehley, der wilde „Spaceman“ von Kiss, der während der glorreichen Siebzigerjahre der Band Gitarre spielte und in den Neunzigern während der Reunion zurückkehrte – und dabei ganze Generationen von Musikern inspirierte –, ist am Donnerstag in Morristown, New Jersey, gestorben. Er wurde 74 Jahre alt.

Lori Lousararian, Frehleys Sprecherin, führte seinen Tod auf einen „kürzlichen Sturz in seinem Haus“ zurück, auch wenn keine spezifische Todesursache genannt wurde. „Wir sind völlig am Boden zerstört und untröstlich“, erklärte seine Familie in einem Statement. „In seinen letzten Momenten konnten wir ihn mit liebevollen, friedvollen Worten, Gedanken und Gebeten umgeben. Wir werden all seine Erinnerungen und sein Lachen in Ehren halten und seine Freundlichkeit feiern. Das Ausmaß seines Verlusts ist unbegreiflich. Aces Andenken wird für immer weiterleben!“

Markus Brandstetter schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.