Danke für einen wundervollen INTERNATIONAL MUSIC AWARD 2019! Bald zu sehen auf MAGENTA TV

Highlight: ROLLING STONE hat gewählt: Die besten Alben des ersten Halbjahres 2019

Buyer’s Guide: Madonna – die besten und wichtigsten Alben

Essenziell

Like a Virgin (1984)

Madonna wuchs in den New Yorker Clubs der späten Siebziger heran, trommelte in Post-Punk- und New-Wave-Bands. Später waren Susan Seidelman, Richard Hell und Scorseses „After Hours“ Fixpunkte. Diese Sozialisation war überall zu hören: im messerscharfen Gitarrenklang, dem raschelnden Schlagzeug. Mit Nile Rodgers und Chic-Drummer Tony Thompson engagierte sie zwei Musiker, die eher dem pompösen Pop-Sound verpflichtet waren. In „Into The Groove“ geht es um Liebe als Prinzip des Fressens und Gefressenwerdens. „Material Girl“ ist, wie viele Lieder über Yuppies, abgrenzungsschwach – aber Figuren wie Gordon Gekko, Patrick Bateman und eben das „Material Girl“ sind in ihrer Dominanz ja auch sexy. Der Titelsong, „Like A Virgin“, ist subversiver. „Die Leute haben sich über mich den Kopf zerbrochen“, sagte Madonna damals. „War ich die Jungfrau Maria oder eine Hure?“

True Blue (1986)

Der Kater nach der „Like A Virgin“-Party. In „Papa Don’t Preach“ trifft ein schwangeres Mädchen eine Entscheidung: „I’m keeping my baby.“ Der überlegte Ton („I need your help, Daddy, please be strong“) steht im Kontrast zur hüpfenden „Virgin“-Madonna im Brautkleid, an dem Kruzifixe wie Juwelen baumelten. Aus dem „Holiday“-Teenager von 1983 und der Hedonistin von 1984 wurde ein Vorbild für Frauen, die über sich selbst bestimmen und Männer in die Pflicht nahmen wollten. Der Titelsong, „True Blue“, würde auch als Rockabilly funktionieren – es gibt ja nur eine wichtige Farbe im Rock’n’Roll, und Jeans sind auch blau.

Like a Prayer (1989)

Heute undenkbar, wurde Madonna vor 30 Jahren von ihrem Werbepartner Pepsi gefeuert, weil sie im Video einen schwarzen Jesus küsste. Dass der Vatikan eine Protestnote schreiben würde, ist dagegen heute noch denkbar. Dabei geht es auf ihrer vierten Platte selten um Sex. „Life is a mystery“, singt sie und bittet, begleitet von einem Gospel-Chor, um Erlösung. Das erste von zwei „Grown-up“-Alben (das zweite ist „Ray Of Light“), die nicht mehr fiktive, sondern biografische Tragik schildern: Scheidung („Till Death Do Us Part“), familiäre Zerrüttung („Oh Father“) und schlechtes Coupling. „This is not a love song“, singt sie Prince ins Gesicht.

Confessions on a Dancefloor (2005)

Dass Madonna mit einem handgeschriebenen Brief Björn Ulvaeus und Benny Andersson überzeugte, „Gimme! Gimme! Gimme! (A Man After Midnight)“ per Sample nutzen zu dürfen, hört sich an wie ausgedacht. Aber dieses wie ein DJ-Set konzipierte Album (es gibt keine Pausen zwischen Songs) dokumentiert Madonnas Mut, sich mit Disco erstmals nur einem einzigen Stil zu widmen. „Wie ABBA auf Droge“ wollte sie klingen – und wie gut ihr das gelang, mit den Produzenten Stuart Price und Mirwais! Der High-Energy von „Jump“ müsste längst von Hot Chip gecovert werden, und der sich mit seinen Echos durch das Universum schwingende Electro–Hardrock von „I Love New York“ ist ihr meistunterschätzter Song. Die „Confessions“-Tour war die letzte, bei der aktuelle Lieder so gefeiert wurden wie die Klassiker.

Lohnend

Ray Of Light (1998)

„Was soll das heißen: Ich erfand Madonna neu?“, fragte William Orbit – „sie erfand mich!“ Eine Win-win-Situation. Madonnas Comeback hält bis heute an, und ihr Produzent etablierte jene um die Jahrtausendwende populären Softbeats mit Blubb-blubb-Wassertropfen. Seit 21 Jahren wird Madonna am Erfolg dieses Werks gemessen. Der Sound ist nicht wirklich gut gealtert, aber die Kompositionen sind zeitlos. Sie singt übers Muttersein („Little Star“) und wagt sich mit „Frozen“ an eine Art Hexen-Pop; heute würde man sagen: Melisandre-Pop.

Music (2000)

Pfiffige Beobachter meinten im Cowboyhut Madonnas Rückbesinnung auf amerikanische Werte in der Ära George W. Bushs zu erkennen. Hallo? Selten war sie – hier gemeinsam mit French-House-DJ Mirwais – vorwärtsgewandter. Es dürfte sonst keine 42-jährige Frau in der Popgeschichte gegeben haben, die einen Hit für die U‑42-Generation kreierte, der bis heute nicht nur ihr meistgeliebter ist, sondern so klingt, als stammte er auch von heute. Madonna erkannte den Geniestreich, versah ihn mit dem nichtdeskriptiven Titel „Music“: Er könnte Bescheidenheit bekunden – oder den Anspruch auf das letzte Wort im Pop. In einem anderen Video sang sie: „Don’t tell me to stop“, und saß auf einem mechanischen Bullen. Als könnte sie auf Jahre oben bleiben.

Hard Candy (2008)

Der Beginn der bis heute anhaltenden dritten Karrierephase: jene der Generationenbindung, um den Anschluss nicht zu verlieren. Madonna ließ R&B-Partner gleichberechtigt zu, erschuf großartige, harmonische Duette mit Justin Timberlake („4 Minutes“), Pharrell Williams („Candy Shop“) und Kanye West („Beat Goes On“). Letztmals wirkte sie dabei integriert, statt, wie heute oft, übergriffig und nicht wirklich im Thema. Vielleicht kam sie mit der Timbaland-Produktion zwei Jahre zu spät, aber so hatte sie eben wieder das letzte Wort in einem Genre.

Ergänzend

Madonna (1983)

Sie feierte in der „Danceteria“, hatte Jellybean Benitez als Produzenten und nutzte die Drum Machine von Linn: Ihr Debüt war so 1983. „Holiday“, als Anti–Leistungsgesellschafts-Lied das Gegenstück von „Material Girl“, gedenkt man als ihrer ersten Nummer 1 in den USA; die Single schaffte es aber nur auf die 16.

I’m Breathless (1990)

„Batman“ führte 1989 zum Boom des Comic-Kinos. Warren Beattys folgende „Dick Tracy“-Verfilmung war hohl, aber Kodarstellerin Madonna (als Nachtclub-Sängerin Breathless) überzeugte als Swing- und Jazz-Interpretin. Für „Sooner Or Later“ bekam nicht sie einen Oscar, sondern Stephen Sondheim, der Autor und Komponist.

Schwach

MDNA (2012)

Exemplarisch für den heute bei wankenden Stars grassierenden, auf Unsicherheit beruhenden Irrglauben, mit vielen Produzenten viele Hits erzwingen zu können. Madonna engagierte zehn und presste doch nur Lieder mit Minnie-Mouse–Stimme hervor. Der „Give Me All Your Luvin’“-Clip in Ronald-McDonald-Kulisse, mit Nicki Minaj und der unterforderten M.I.A., macht Angst.

Buch

Sex“ war Madonnas vielleicht ambitioniertestes Projekt – und ist heute natürlich vergriffen: das Sado-Maso-Skandalbuch samt Aufsätzen zu dem ergänzenden Album „Erotica“ von 1992. Zu sehen: Madonna knutscht mit Naomi Campbell und steckt ihre Zunge in den Hintern eines Sklaven. Manche nennen es heute „post-feministisch“ – Käufer waren damals freilich vor allem Männer.

Preziosen

Raritäten und Obskuritäten

„Lost Madonna Tapes 1979“

Die ersten fünf Demo-Aufnahmen, vermengt mit Bettgeflüster mit ihrem Partner. Madonna lebte im Keller einer Synagoge in Queens. Auf YouTube zu hören.

„Take Me (I Want You“)

1981 unter dem Namen Emmy And The Emmys erfolglos an Plattenfirmen verschickt. An Blondie angelehnter Hardrock.

„Each Time You Break My Heart“

Fürs „True Blue“-Album angedacht, dann an das One-Hit-Wonder Nick Kamen weitergegeben. Madonna singt im Hintergrund.

„Spotlight“

In Japan veröffentlichte Single des Remix-Albums „You Can Dance“ (1987). Megamixplatten waren damals in – Janet Jackson („Control: The Remixes“) und Phil Collins („12″ers“) machten es vor.

„Love Song“

Mit Prince. Unter Wert verkauftes, weil nicht als Single veröffentlichtes Gipfeltreffen der Superstars. Verliebt sein als Missverständnis. Madonna fordert: „Embrasse-moi!“ Prince, naiv: „What?“

„I’d Rather Be Your Lover“

Auf „Bedtime Stories“ als Duett mit Meshell Ndegeocello erschienen, aber das (bessere) Demo entstand mit Tupac Shakur. Feuer trifft auf Feuer.

„I Want You“

Das Marvin-Gaye-Cover mit Massive Attack von 1995 dokumentiert eine große Gesangsleistung. Bei unerfüllter Liebe ist sie in Form.

„Like An Angel …“

… Passing Through The Room“.Sie singt wie Agnetha! Eines der schönsten ABBA-Lieder, für „Music“ geschrieben, dann verworfen, heute im Netz.

„Queen’s English“

Ein Gefallen für die Choreo-grafen Jose Gutierez und Luis Camacho, die Madonnas „Vogue“ konzipierten. Gilt offiziell als ihr einziger Background-Gesang.

„Rebel Heart Demos“

13 Demos des erst vier Monate später veröffentlichten Albums standen im Netz – vitaler und experimenteller als die finalen Versionen.


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