45 Jahre ‚Dark Star‘ – Interview mit John Carpenter: „Dude. Das Alien war doch nur ein Gummiball mit Farbe drauf“

Vor 45 Jahren brachte John Carpenter, 71, seinen Debütfilm „Dark Star“ ins Kino. Der Film war eine Persiflage auf Stanley Kubricks epochales Sci-Fi-Werk „2001: A Space Odyssey“, wurde jedoch kein so großer Publikumserfolg wie das Vorbild. Dafür genießt „Dark Star“ heute nicht nur unter Carpenter-Fans den so genannten „Kult-Status“. Er ist auch einer der lustigsten Weltraum-Filme überhaupt.

Für den damals noch an der Uni eingeschriebenen Regisseur bedeutete der Streifen um vier All-Hippies und eine zickige Bombe eine Herausforderung, da ihm nur wenig Geld zur Verfügung gestanden hatte. Doch die Do-It-Yourself-Methode sollte Carpenter noch zugute kommen: Schon wenige Jahre später würde er mit kleinen, aber effektiven Horror-Filmen wie „Halloween“ oder „The Thing“ zu einem der bedeutendsten Genre-Regisseure überhaupt werden.

Wir sprachen mit John Carpenter über Gummibälle als Aliens, eingefrorene Piloten und die Herausforderung, heute noch einen guten Science-Fiction-Film drehen zu können.

John Carpenter 2012
John Carpenter 2012

Mr. Carpenter, „Dark Star“ zeigte 1974 Astronauten auf ihre Reise durch das Weltall. Hätten Sie damals geahnt, dass die Menschen es heute noch nicht mal mehr bis zum Mond schaffen würden?
John Carpenter:  Ehrlich gesagt, nicht wirklich. Ich war davon ausgegangen, dass die Menschen 40 Jahre später weiter entwickelt sein würden. Aber Sie dürfen eines nicht vergessen!

Was?
Unsere Dreharbeiten begannen 1970. Da waren die Mond-Expeditionen noch Realität. „Dark Star“ war ja ein kleiner Film, ein Projekt von uns Studenten an der USC (University Of Southern California), der schnell fertig wurde. Fürs Kino sollten wir den Film dann von 68 auf 83 Minuten strecken, weil wir die Vorgabe einer Mindestlänge bekamen. Also drehten wir neue, ehrlich gesagt seltsame Szenen. Der eine Astronaut, wie er ein Instrument aus Gläsern spielt, Pinback im Kampf mit dem Gummiball-Monster … Und dann hatten wir auch schon das Jahr 1974. Zu diesem Zeitpunkt hat kein Astronaut mehr seinen Fuß auf den Mond gesetzt. Für den Film selbst aber war das ja auch nicht mehr wichtig.

Jason Merritt WireImage


Neue Verfilmung des Horrorklassikers „Who Goes There?“ alias „The Thing“

John Carpenters „The Thing“ oder im deutschen „Das Ding aus einer anderen Welt“ aus dem Jahr 1982 gehört zu einem der größten Klassiker des Horrokinos. Die Geschichte um ein Alien, welches in der Antarktis gefunden wird, wurde bereits 1951 verfilmt, und 2011 kam unter dem gleichen Namen ein Prequel in die Kinos. Nun scheint es eine Neuauflage zu geben, allerdings aus einem guten Grund. Die Vorlage, eine Kurzgeschichte aus dem Jahr 1938 namens „Who Goes There?“, wurde von John W. Campbell Jr. verfasst und im „Astounding-Magazin“ veröffentlicht. Damit seine Story gedruckt werden konnte, musste Campbell allerdings einige Kürzungen vornehmen. Im…
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