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Der „Musicathon“ von SEAT: In drei Tagen um die Welt


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Es gibt sogenannte Markenbotschafter, das sind die Profis, sie machen auch einen professionellen Eindruck, sie sind lässig; der Produzent Martin Eyerer trägt kurze Hosen, er reist viel in der Welt herum. Verkehrssprache ist Englisch, die Engländer können es am besten und lassen es alle merken. Es gibt einige Workshops, am Sonntag ist eine Bootstour durch die Kanäle von Berlin. Die Organisationsdamen sind überall und sprechen immerzu schnell in Smartphones, sie tragen Mappen und Ordner. Männer mit Kameras schleichen herum, die Bühnenauftritte werden in Echtzeit im Netz gesendet. Die SEAT Alhambras parken vor dem Hotel, man wird in ihnen zum Flughafen gefahren oder nach Hause, wenn man in Berlin eines hat. Schiebeverdeck, viel Platz, viel Kofferraum. Aber eigentlich möchte man auf der Dachterrasse sitzen, wo der Kellner immer alles abräumt, was man noch gar nicht ausgetrunken oder aufgegessen hat, wo der Wind lau weht und der Himmel blau ist und man auf die Spree schaut, als wäre für immer Muttertag – und hey, es ist ja Muttertag!

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Die Beiträge sind dann richtig gelungen: Sie klingen nach Spanien, manchmal sind synthetische Trompeten zu hören, viel Schlagwerk, Kastagnetten-Anklänge, Flamenco-Gitarren, die elektronischen Entwürfe gleiten mit dem Auto, manches ist Klischee, wenig neben der Spur. Die geistige Spanierin mit Brille gewinnt, ein Italiener – und der deutsche Musiker Christian Wierczimok, der in drei Bands spielt, darunter eine Prog-Rock- und eine Stoner-Band, der Gitarre und Bass beherscht und es mit akustischen Mitteln geschafft hat. Er war kein Favorit – aber weshalb sollen auch die Favoriten gewinnen? Man hört viel „amazing“ und „awesome“, doch die jungen Leute sind einfach gut, sie können das, sie haben es hingekriegt. Es ist nicht wie Autos bauen, man weiß nicht, wie es geht, man kann nicht zuschauen. Aber man kann es dann hören, das Auto surrt durch Barcelona, es ist Tag und dann Nacht, man sieht Meer und Strand und Ballspieler und Parks.



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