Freddie Mercury zeigte „keine Angst vor dem Sterben“


von

Freddie Mercury starb am 24. November 1991 an den Folgen seiner AIDS-Erkrankung. Nach monatelangen Spekulationen ließ sich in seinen letzten Tagen nicht länger verbergen, dass er schwer erkrankt war. Der Mann, der jahrelang auf der Bühne seine Seele offenbart hatte, zog sich in sein privates Refugium zurück – nur umgeben von seinen engsten Vertrauten. Er hatte sich damit abgefunden, dass das Ende nahte. Auf seine Medikamente verzichtete er, ausgenommen einige dringend benötigte Schmerzmittel.

Seine engsten Vertrauten waren auf seinem letzten Weg bei ihm

Betreut wurde er unter anderem von seiner Ex-Freundin Mary Austin. Schon im Jahr 1980 fand sie für den Queen-Sänger das gut versteckte Anwesen „Garden Lodge“ in Kensington, wo sie ihn kurz vor seinem Tod jeden Tag besuchte. Auch sein Partner Jim Hutton, sein Ex-Partner und Koch Joe Fanelli und sein enger Freund Dave Clarke begleiteten ihn beim Sterben. Ebenso in seinem Umfeld bewegten sich Terry Giddings, der sein Leibwächter und Chauffeur war, sowie sein langjähriger Assistent und Freund Peter Freestone.

Freddie Mercury (1946 – 1991) und Mary Austin – hier im Jahr 1984

Mercurys letzter Wille: Seiner Kunst nochmal ins Auge zu sehen

Letzterer hat nun in einem Interview geschildert, wie es in den letzten Tagen um Mercury stand. Auch auf einen seiner mutmaßlich letzten Wünsche ging er ein: „Freddie war am 20. November unten in der Garden Lodge, weil er ein letztes Mal einige seiner Kunstwerke sehen wollte“, und weiter: „Terry trug ihn die Treppe hinunter, aber er ging durch das Wohnzimmer und das japanische Zimmer, während einer von uns ihn stützte. Er erläuterte, wie und wann er einige der Werke erworben hatte. Natürlich herrschte in diesen letzten Tagen eine ruhige Atmosphäre im Haus, aber Freddie blieb bis zum Schluss der Freddie, den wir kannten“, so der Mercury-Vertraute.

Der Queen-Sänger und Elton John teilten denselben Spleen

Auch weil Mercury selbstredend über genügend Mittel verfügte, schmückte er die Garden Lodge mit kostspieligen Kunstwerken und Einrichtungsgegenständen. Er sagte: „Ich stolpere über meine Lalique- und Galle-Vasen – ich habe jetzt alle Hände voll zu tun. Ich meine, viele Leute sagten früher, mein Haus sei wie ein Museum, aber jetzt fange ich an, ihnen Recht zu geben. Es wird langsam sehr albern.“

Der Rockmusiker scherzte, dass er die Schwäche mit seinem Freund Elton John teile: „Ich liebe diese Geschichten über Elton, wo er das Problem hatte, dass Leute an den Wochenenden in seinem Haus übernachteten, in seinen Gästezimmern… Sie schauten unter das Bett und fanden dort Rembrandts und andere Meisterwerke. Das ist wahr. Bei mir sind es meine japanischen Drucke, die einfach nur lächerlich sind.“

Elton John, Peter Straker und Freddie Mercury im Jahr 1977

Elton John: „Dieser Mann hat eine solche Lebensfreude. Er denkt überhaupt nicht ans Sterben“

Elton John selbst beschrieb einen seiner letzten Besuche bei dem ans Bett gefesselten Mercury zu Hause. Noch immer habe er ihn dabei erwischt, wie er am Telefon mehr Kunst kaufte. „Freddie liebte es, japanische Kunst zu sammeln und auf Auktionen zu ersteigern. Während er im Sterben lag, kaufte er also immer noch Dinge auf Auktionen. Er lag auf einem Bett, und überall um ihn herum lagen Medikamente. Medizinschränke, Pillen und Auktionskataloge. Es war erstaunlich. Ich dachte: ‚Dieser Mann hat eine solche Lebensfreude. Er denkt überhaupt nicht ans Sterben. Er denkt immer noch an die Kunst.‘ Er zeigte mir gegenüber keine Angst vor dem Sterben. Keine Angst oder Traurigkeit.“

Einige dieser Einkäufe waren als Geschenke für das bevorstehende Weihnachtsfest gedacht. Mercury wusste, dass er es nie erleben würde. Am ersten Weihnachtstag klingelte Elton John nach eigener Aussage an seiner Tür und fand ein Gemälde von Henry Scott Tuke vor – einem seiner Lieblingskünstler.

Dave Hogan Getty Images
Hulton Archive Getty Images