George R.R. Martin enttäuscht, wie HBO „Game Of Thrones“ misshandelte


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Nicht nur Kritikern dürfte aufgefallen sein, dass „Game Of Thrones“ sich ab der fünften Season in eine merklich andere Richtung bewegte als noch die zahlreichen Episoden davor. Das hatte einen markanten Grund: Ab diesem Moment hatte die Fantasy-Reihe nicht mehr die Buchvorlage im Rücken, um den Kampf um den Eisernen Thron zu erzählen.

Hinzu kam, dass die Macher sich entschieden, wichtige Ereignisse der Erzählung von George R.R. Martin, die bis heute noch nicht abgeschlossen ist, vorzuverlegen.

Wie nun erstmals in der Deutlichkeit öffentlich wird, missfiel dies dem Autor des „Lied von Eis und Feuer“-Zyklus deutlich. Der „Game of Thrones“-Blog „Winter is Coming“ veröffentlichte einen Auszug aus dem kommenden Buch „Tinderbox: HBO’s Ruthless Pursuit of New Frontiers“, in dem Martin über seinen Vertreter Paul Haas seine Befürchtungen über die Richtung, in die sich die Serie bewegt, deutlich macht.

Haas lässt sich wie folgt zitieren: „George liebt Dan [Weiss] und Dave [Benioff], aber nach der fünften Staffel fing er an, sich Sorgen über den Weg zu machen, den sie einschlugen, weil er selbst eben weiß, wohin die Geschichte geht.“

HBO wollte „Game Of Thrones“ anscheinend zuspitzen

Die ersten fünf Staffeln hielten sich an Martins Grundlagen aus dem Buch und dem narrativen Fahrplan, den er den Produzenten zur Verfügung stellte. Doch danach seien sie abgewichen und hätten ihr eigens Ding daraus gemacht. Ob die Publikation noch weiteren Sprengstoff enthält, ist derzeit unklar. Möglicherweise ist dies nur ein erster Teaser für eine grundsätzliche Abrechnung zwischen dem Autor und HBO.

Zu hart dürfte diese aber wohl nicht ausfallen, startet doch bald auf HBO die Prequel-Serie „House Of The Dragon“, die 300 Jahre vor der Handlung von „Game Of Thrones“ angesiedelt ist und bei dem das Haus Targaryen und ein ziemlich gewaltsamer Bürgerkrieg im Mittelpunkt steht. Die Serie mit zehn Episoden basiert auf George R.R. Martins Roman „Fire & Blood“ (Feuer und Blut) von 2018. Für die Entwicklung der Serie und weitere Nachfolger unterschrieb Martin einen hoch dotierten Vertrag.