„George war der Beste!“: Richard Lester über die Beatles als Schauspieler


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Im Interview mit „NME“ äußerte sich der Regisseur, Richard Lester, vor einiger Zeit über die damaligen schauspielerischen Qualitäten seiner Darsteller: „George war der Beste, weil er niemals zu viel machte und trotzdem immer das richtige Maß fand. Paul McCartney war so enthusiastisch, dass er vielleicht manchmal etwas zu sehr übertrieb. John Lennon hingegen hatte oft mit scharfen Worten etwas auszusetzen.“ Angeblich hatte nur Ringo Starr ein wenig Angst vor seiner Solo-Szene.

Ursprünglich kam die Idee für den Film, der heute wie eine Blaupause für das Genre des Musikvideos wirkt, 1964 von United Artists. Lester plauderte aus dem Nähkästchen, dass er für den Film nur ein sehr geringes Budget und eine strenge Deadline zur Verfügung gestellt bekommen hatte, weil die Produzenten einfach nicht an einen größeren Erfolg der Pilzköpfe glauben wollten.

Angst vor Maulwurf am Set

Mit nur 200.000 Pfund in der Tasche und einem Zeitrahmen von dreieinhalb Wochen für den Schnitt erzielte der inzwischen 90-Jährige einen großen Überraschungserfolg: Der erste Beatles-Film machte einen Gewinn von 12 Millionen Pfund und konnte zeitweise mit 1.600 Kopien gezeigt werden. Bereits mit den Vorbestellungen für den Soundtrack zum Film hatte man die Kosten wieder eingespielt. Das hatte es zu der damaligen Zeit noch nie gegeben, so der britische Filmregisseur.

Die größte Angst hatte man aber vor einem Maulwurf am Set. Lester: „Immer wenn wir irgendwo die Erlaubnis hatten, auf der Straße drehen zu dürfen, standen bereits Tausende von Jugendlichen um uns herum. Damit war die Dreherlaubnis meist von der Polizei sofort entzogen worden und wir mussten uns nach einem neuen Ort umsehen. Und das alles bevor die Menschen durch soziale Netzwerke alles in Erfahrung bringen und ihre Lieblingsband verfolgen konnten.“

Richard Lester drehte ebenso den zweiten Beatles-Film, „Help!“ und besetzte John Lennon 1967 in seinem Film „Wie ich den Krieg gewann“. Bekannt wurde der Filmemacher vor allem auch durch seine Superman-Verfilmungen („Superman II“, „Superman III“).