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„Ich war ein bisschen zittrig“: Patti Smith über ihren Aussetzer bei der Literaturnobelpreis-Verleihung


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Weil Bob Dylan aufgrund „anderweitiger Verpflichtungen“ am 10. Dezember nicht zur Verleihung des an ihn adressierten Literaturnobelpreises erscheinen konnte, vertrat ihn bei der Zeremonie die US-amerikanische Punk-Ikone Patti Smith, indem sie seinen Song „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“ darbot – zwar nicht ganz perfekt, aber dafür umso sympathischer: Nach etwa zwei Minuten verhaspelte sich Smith im Text und brach den Song ab mit den Worten: „Es tut mir leid, können wir das nochmal machen? Ich bin so nervös.“

„Ich hatte den Text nicht vergessen“

In einem Essay für „The New Yorker“ erzählt Smith nun, dass die Zeremonie und alles, was damit zu tun hat, auch für sie etwas sehr Außergewöhnliches war; sie habe nicht den Text vergessen, sondern sei schlichtweg zu aufgeregt gewesen.

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Jede freie Minute habe sie damit verbracht, den Dylan-Song zu proben; am Morgen der Verleihung (10. Dezember) sei sie zwar ein wenig nervös gewesen, bekam aber trotzdem eine „selbstbewusste Performance“ des Stücks hin, bevor sie zur Stockholmer Konserthuset fuhr.

Von Emotionen überwältigt

„Die ersten Akkorde wurden gespielt und ich hörte mich selbst singen, die erste Strophe lief okay – zwar ein bisschen zittrig, aber ich war sicher, ich würde mich gleich beruhigen. Doch stattdessen überwältigten mich plötzlich meine Emotionen, sodass ich keinen Ton mehr rausbekam. Aus dem Augenwinkel konnte ich die Fernsehkameras sehen und all die Würdenträger auf der Bühne, die vielen Menschen davor. Ich wurde auf einmal von Nervosität überrollt und war nicht in der Lage, weiter zu performen. Ich hatte den Text nicht vergessen, in diesem Moment war ich nur einfach unfähig, ihn auszudrücken.“

Die Anwesenden hatten Verständnis für die sichtlich aufgeregte Smith und applaudierten, bevor die Sängerin den Song ein zweites Mal darbot.

Christopher Polk Getty

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