Julian Lennon: Wie sein neues Album „Jude“ mit „Hey Jude“ der Beatles zusammenhängt


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Er ist der Sohn von einem der berühmtesten Musiker aller Zeiten. Nun wird nach mehr als einem Jahrzehnt Ende dieses Jahres ein neues Album von Julian Lennon erscheinen. Angelehnt an seinen Spitznamen aus Kindheitstagen trägt es den Titel „Jude“ und reflektiert allem Anschein nach seinen eigenen Lebensweg. So sagte er in einem Interview mit Elton John: „Es hat sich sehr nach einer gewissen Form des Erwachsenwerdens angefühlt, denke ich. Vor allem, wenn das Leben voran schreitet, neigt man dazu, auf sein Leben zurückzublicken und zu schauen, woher man kommt“, so der 59-Jährige.

Filmpremiere mit anderen Beatles-Sprösslingen gab den Ausschlag

Offenbar hat den letzten Ausschlag für die Namensgebung seiner siebten Studio-Platte ein gemeinsamer Kinogang mit weiteren Pilzkopf-Sprösslingen gegeben: „Und vor allem, nachdem ich den Film ‚Get Back‘ mit (Halbbruder) Sean und (George Harrisons Witwe) Olivia gesehen hatte und dann Stella (McCartney) dabei war. Ich meine, die Idee mit dem Namen hatte ich schon vorher, aber es wurde einfach so gemacht, dass es sich noch richtiger anfühlte.“ Tatsächlich wurde am 18. November unter Anwesenheit aller genannten Beatles-Nachfahren eine 100-minütige Version von Peter Jacksons Dokumentation „The Beatles: Get Back“ in Los Angeles gezeigt.

Julian Lennon, Olivia Harrison und Sean Lennon auf der Premiere von „The Beatles: Get Back“ in Los Angeles

Julian Lennon: „Ich habe geehrt, wo ich herkomme“

Ferner bestätigte Julian Lennon, was zum popkulturellen Allgemeinwissen zählt: Paul McCartney hat „Hey Jude“ speziell für und über den damals fünfjährigen Jungen geschrieben. John Lennon hatte sich kurz zuvor von seiner ersten Frau Cynthia getrennt – in der Folge sah das Kind seinen Vater nur noch selten. „Nun, es war McCartney. ‚Hey Jude‘ war in der Anfangsphase eigentlich ‚Hey, Jules‘. Und es wurde sehr viel darüber geschrieben, dass er über mich und meine Umstände nachdachte und dass ich stark sein musste und am Ende des Tages meinen Weg durch dieses Chaos finden musste, in dem ich mich befand …“, sagte Julian Lennon. Er fuhr fort: „Ich denke, ich habe den Song geehrt und ich denke, ich habe geehrt, wo ich herkomme, mein Vermächtnis, sozusagen, mein Erbe. Ich glaube, jetzt war einfach der richtige Zeitpunkt, denn das Leben ist zu kurz, und es fühlte sich auch für diesen Moment perfekt an.“

Paul McCartney und der vierjährige „Jude“ Lennon

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