Spezial-Abo

Die Visionen des „Präsidenten“ Kanye West: Wakanda als Vorbild für die USA


von

Am US-amerikanischen Nationalfeiertag gab Kanye West via Twitter bekannt, dass er bei der diesjährigen Präsidentschaftswahl kandidieren möchte. Jetzt teilte West in einem Interview mit, welche Pläne ihm konkret vorschweben — und mit seinen Aussagen sorgte der Rapper für ordentlich Zündstoff.

Kanye West sagte zu „Forbes“, dass ihm die Idee mit der Kandidatur unter der Dusche kam und seine Partei „Birthday Party“ heißt, denn „wenn wir gewinnen, haben alle Geburtstag,“ so seine Begründung. Seinen Wahlkampfslogan begründete er hingegen nicht. Dieser sollte mit dem Titel „YES!“ ohnehin für alle verständlich sein. Als mögliche Vizepräsidentin könne sich West die umstrittene Predigerin Michelle Tidball (57) vorstellen.

Wer sich fragt, was der Rapper mit Politik bisher am Hut gehabt haben soll, findet in dem Interview möglicherweise eine Antwort: Der 43-Jährige verriet nämlich, noch nie wählen gegangen zu sein, erst kürzlich habe er sich dafür registrieren lassen. 

Wie manche Stimme behaupten, soll Kanyes Manöver angeblich Donald Trump zu einer Wiederwahl verhelfen, doch das stritt West deutlich ab. Ob es tatsächlich zu einer Kandidatur des Musikers kommen wird, ist zudem unklar, weil wohl die notwendigen Unterlagen noch nicht eingereicht wurden und möglicherweise auch die Fristen dafür bereits abgelaufen sein könnten. 

Damit aber nicht genug: West behauptete in dem Interview, er wäre im Februar mit dem Coronavirus infiziert gewesen und sagte, dass er eine Impfung gegen das Virus ablehne. Er glaube, dass „jede mögliche, medizinische Intervention Teil einer angeblichen satanistischen Verschwörung zur Gedankenkontrolle ist.“ 

Er sei auch davon überzeugt, dass Gott und nicht die stimmberechtigte Öffentlichkeit den Präsidenten der USA wähle. Dazu sagte er: „Wenn ich 2020 gewinne, war es Gottes Ernennung. Wenn ich 2024 gewinne, dann war es auch Gottes Ernennung.“

West habe auch vor, Prediger in Schulen einzusetzen, denn er glaube, dass Mord, Suizid und Drogenmissbrauch das Ergebnis anti-religiöser Lebenseinstellungen sind.

Kanye West wäre nicht Kanye West, wenn er nicht noch einen drauf setzen würde. Als Leitlinie für eine Präsidentschaft findet West, es wäre besser kein „Konzept“ zu verfolgen. Schließlich habe er bei der Gestaltung seines Schuhs „Yeezy“ auch kein Konzept verfolgt. Dazu sagte er: „Das war kein Konzept, sondern Gestaltung. Wir müssen die Gestaltung erneuern, um unseren Geist zu befreien.“ Was genau der Rapper damit meint, bleibt unklar.

Etwas konkreter wurde er dann aber doch: West könne sich nämlich ein ähnliches Gesellschafts-Modell wie in dem fiktiven Staat „Wakanda“ aus dem Comic-Helden-Film „Black Panther“ vorstellen. Wakanda wird darin als ein Staat gezeigt, der sich vom Rest der Welt isoliert hat und keine Beziehungen zu anderen Ländern pflegt. 


Jetzt droht auch Neil Young US-Präsident Donald Trump mit Klage

Nach den Rolling Stones reicht es nun auch Neil Young: Nachdem Donald Trump mehrfach ignoriert hat, dass er die Songs des Musiker nicht auf seinen Wahlkampfveranstaltungen und anderen öffentlichen Events spielen darf, erwägt dieser nun rechtliche Schritte gegen den US-Präsidenten. Ursprünglich hatte Young erklärt, den Präsidenten deshalb nicht verklagen zu wollen, doch nun habe er seine Meinung geändert. Ausschlaggebend für seinen Sinneswandel seien die aktuellen Entscheidungen, die auf Kosten von US-Bürgern und ihrer Grundrechte getroffen wurden. In einem Statement, das der Künstler in seinen Neil Young Archives veröffentlichte, heißt es unter anderem: „Trump hat Schlägertypen in Uniform auf die Straße…
Weiterlesen
Zur Startseite