Kinostart der Woche: „Soul Kitchen“ von Fatih Akin


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Fatih Akin gilt normalerweise nicht unbedingt als Mann für’s Lustige. Der Hamburger Filmemacher und Produzent hat sich gerade in jüngster Vergangenheit eher als ernsthafter Autorenfilmer verdient gemacht und mit „Gegen die Wand“ nicht weniger als einen Meilenstein des deutschen Kinos hingelegt. Wer sich diesem wuchtigen Fausthieb von einem Drama ausgesetzt hat, der vermutet nun nicht unbedingt eine für Akin-Verhältnisse gar leichte Komödie über einen Hamburger Restaurant-Besitzer. Auch Akin zweifelte im Vorfeld an dem Projekt. Der „Welt“ gestand er: „Ich war mir sehr unsicher, ob ich diesen Film überhaupt machen soll. Ich habe lange gehadert, wir haben so lange daran rumgeschnippelt. Ich hatte einfach Schiss davor, was die Leute von mir, dem Autorenfilmer denken, wenn ich mit so einer rotzigen Komödie daherkomme.“ Aber dann habe man es einfach durchgezogen.

In „Soul Kitchen“, der am ersten Weihnachtstag offiziell in den Kinos startet, geht es um das dem Film seinen Namen gebende Restaurant des jungen Griechen Zinos – der von Fatih Akins Kumpel Adam Bousdoukos gespielt wird. Dieser muss sich in den gut 100 Filmminuten nicht nur mit Finanzamt, sondern auch mit einem kriminellen Bruder (Moritz Bleibtreu), einer sinnsuchenden und ausgewanderten Freundin (Pheline Roggan), einem exzentrischen Weltklasse-Koch (Birol Ünel, bekannt aus „Gegen die Wand“), einem korrupten Immobilien-Hai (Wotan Wilke Möhring) und, als der Laden plötzlich brummt, auch noch mit dem Hamburger Schickeria-Publikum herumschlagen. Aus diesen Zutaten hat Akin eine bunte, formidabel gespielte, tragisch-lustige Komödie gekocht, die zeigt, dass er auch in diesem Genre weiß, wie man einen guten Film macht.