Country-Sänger und „In The Ghetto“-Songwriter Mac Davis ist tot


von

„Memories“, „In the Ghetto“, „A Little Less Conversation“ und „Don’t Cry Daddy“: Diese inzwischen legendären Songs schrieb Mac Davis für Elvis Presley und machte sich so Ende der 60er Jahre einen Namen in einer sich gerade radikal wandelnden Musikwelt.

Nun ist der Country-Veteran, der 1970 mit seinem ersten Studioalbum „Song Painter“ auch als Singer-Songwriter debütierte, am Dienstag (29. September) im Alter von 78 Jahren an den Komplikationen einer Herzoperation verstorben.

Sein langjähriger Manager Jim Morey schrieb in einem Statement: „Mac Davis ist seit über 40 Jahren mein Klient und, was noch wichtiger ist, mein bester Freund. Er war eine Musiklegende, aber sein wichtigstes Werk erfüllte sich als liebevoller Ehemann, Vater, Großvater und Freund. Ich werde es vermissen, über unsere vielen gemeinsamen Abenteuer und seinen einfühlsamen Sinn für Humor zu lachen.“

Über Frank Sinatra kam Mac Davis zu Elvis Presley

Davis wurde am 21. Januar 1942 in Lubbock, Texas, geboren und begann seine Musikkarriere in Atlanta bei Nancy Sinatras Boots Enterprises, Inc, bevor er selbst zum Chef eines Sublabels von Liberty Records wurde.

Durch Frank Sinatra kam Davis mit Elvis Presley in Kontakt. Da hatte er bereits Lieder für Lou Rawls und Glen Campbell geschrieben. Doch die Begegnung mit Presley sollte sein Leben verändern. Für den King schrieb er zahlreiche Hits, darunter auch eine der wichtigsten in Elvis‘ Karriere: „In The Ghetto“.

Mit „In The Ghetto“ wollte Davis, so sagte er 2004 in einem Interview, einen Teufelskreis beschreiben: „Ich schrieb über städtische Gebiete, in denen arme Menschen lebten und nicht herauskamen. Sie saßen dort fest, und alle zogen in die Vorstädte ab.“

Davis weiter über die Bedeutung des Stücks: „Ich bin mit einem kleinen Kind aufgewachsen, dessen Papa mit meinem Papa arbeitete, und er war ein schwarzer Junge. Ich erinnere mich, dass er einer meiner besten Freunde war. Aber er lebte in einem (schrecklichen) Stadtteil, und ich konnte mir nicht erklären, warum sie dort leben mussten, wo sie lebten, und wir durften dort leben, wo wir lebten.“

Mac Davis wurde auch zum TV-Star

Mac Davis blieb stets versierter Songwriter für andere Interpreten, darunter im Laufe seines Lebens Kenny Rogers, Dolly Parton, Tom Jones, Johnny Cash und vor einigen Jahren gar Bruno Mars. Schon Anfang der 70er Jahre hatte er sich einen solchen Namen gemacht, dass er bei NBC seine eigene Late Night Show („I Believe in Music“, später auch „The Mac Davis Show“) erhielt.

Als Country-Sänger gelangen ihm ab 1970 Chart-Erfolge wie „Don’t Get Hooked On Me“ und „Rock N‘ Roll (I Gave You the Best Years Of My Life)“, eine Hommage an Buddy Holly. Bis 1985 nahm Mac Davis insgesamt 15 Alben auf. Insgesamt 184 Kompositionen gehen auf seinen Namen. In zahlreichen Filmen und Serien sind seine Songs zu hören.

Auch in Hollywood konnte Mac Davis in einigen (TV-)Filmen und Serien reüssieren. So spielte er an der Seite von Nick Nolte in „Die Bullen von Dallas“ (1979) mit und dürfte Zuschauern der Sitcom „King Of Queens“ durch gleich mehrere Nebenrollen bekannt sein. Zuletzt war er in der Netflix-Reihe „Dolly Partons Herzensgeschichten“ zu sehen.