Martin Gore über seine Soundwave-Musik und den Fluch des modernen Electronic


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Am 29. Januar erscheint die neue Instrumental-EP „The Third Chimpanzee“ von Martin Gore – dem Keyboarder und Songwriter bei Depeche Mode. In der neuen Folge des Consequence-Podcast „Kyle Meredith With…“ sprach der Musiker über das Konzept seiner Platte. Doch er sprach auch darüber, warum Depeche Mode damals den Weg in Richtung elektronische Musik einschlugen, wie er den Status Quo dieses Genres aktuell wahrnimmt und woher er sowie Depeche Mode zuletzt die Inspiration für ihre Soundwave-Songs bekamen.

Die Musik von Depeche Mode, aber auch die von Martin Gore zeichnet sich vor allem durch ihren einzigartigen Soundwave-Klang aus. In dem Podcast verriet der 59-Jährige nun, woher er und seine Band zuletzt Inspiration dafür schöpften. Demnach habe ein Freund von ihm für dessen Wohltätigkeitsorganisation „Notes for Notes“ einen Soundwave-Künstler engagiert. Sowohl Gore als auch Depeche Mode hätten dessen Ideen so gut gefallen, dass sie einen Teil der Musik kauften. Die Erlöse daraus wurden dann für einen guten Zweck verwendet, so Gore.

Fluch und Segen der elektronischen Musik von heute

Gore gilt nicht nur als Solokünstler, sondern auch mit seinem Einfluss bei Depeche Mode als Vorreiter der elektronischen Musik. Über den Schritt in diese Richtung sagte er in dem Podcast: „Wir sahen elektronische Musik als einen wichtigen Weg nach vorne in der Musik. Wir hatten das Gefühl, dass der Rock zu dieser Zeit zu Ende ging, also musste die Musik irgendwohin.“ Doch dass elektronische Musik heutzutage theoretisch von jedem gemacht werden könne, sehe Gore kritisch. Einerseits sei es zwar ein Segen, doch es sei auch ein Fluch, weil „so viel schreckliche Musik gemacht wird. Wenn du jedem die Werkzeuge in die Hand gibst, wird einiges davon nicht so gut sein.“

Das Konzept hinter der neuen EP

Der Titel von „The Third Chimpanzee“ verrät bereits, dass Gore sich thematisch den Primaten annähert. Wie Gore schon in dem exklusiven Gespräch für die aktuelle Ausgabe des Musikexpress erzählte, begann seine EP mit dem Song „Howler“, der ihn an einen Affen erinnerte. Gegenüber Kyle Meredith ging er nun noch weiter auf den Entstehungsprozess der Platte ein und sagte: „Der zweite Song, an dem ich gearbeitet habe, hieß ‚Mandrill‚ und ich dachte: Oh, vielleicht ist es interessant, dieses Konzept fortzusetzen, um für jeden Track eine Art Gesangsteil aufzunehmen, ihn dann zu manipulieren und nach einem anderen Affen zu benennen.“ Zudem habe er sich an ein Buch mit dem Titel „The Rise And Fall Of The Chimpanzee“ erinnert und anschließend gedacht: „Das würde gut zum Konzept passen (…), um die Grenze zwischen Affen und Menschen zu verwischen.“