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Oliver Kalkofe über Madness: Der Geist von NW5

Mein Gott, wie oft ich diesen Dialog schon führen musste: Was hörst Du eigentlich so für Musik? Ich bin ein großer Fan von Madness!- Mad-wer?– Madness. Our House…in the middle of our street…- Ach so, die. Leben die denn noch?

Oh ja, das tun sie. Besser und kreativer denn je, und im Grunde waren sie ja auch nie weg. Okay, wie jede gute Band, die etwas auf sich hält, hatten auch sie sich mal getrennt, 1986, um sich aber bereits 1992 mit zwei umjubelten „Madstock“-Konzerten als siebenköpfige Urgewalt im Londoner Finsbury Park zurückzumelden. Was die 72 000 Fans derart in Ekstase versetzte, dass es zu einem Erdbeben der Stärke 4,5 auf der Richter-Skala kam und in einigen Nachbargebäuden die Bilder von den Wänden fielen. Freunde von mir behaupten allerdings, es könnte auch daran gelegen haben, dass ich vor Ort war und mitgetanzt habe…

Möglich wäre das, denn ich gebe es zu: Madness-Konzerte gehören zu den äußerst seltenen Momenten, in denen man mich mit erhobenen Armen laut grölend und wie ein entfesselter Flummi auf der Stelle hüpfend (tanzen möchte ich das nicht nennen) erleben kann. Kein wirklich schöner Anblick, aber auch nicht mehr zu verhindern, wenn erst einmal Chas Smash den „Heavy Heavy Monster Sound“ ausgerufen und Lee Thompsons wild überdrehendes Saxofon zu „One Step Beyond“ eingesetzt hat.

Wenn Madness dieses Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum feiern, kann ich mit Stolz behaupten, sie 27 Jahre davon treu begleitet zu haben, ohne Pause. Und ich habe ihnen viel zu verdanken. Schon allein, dass ich als musikalischer Spätzünder und erziehungsbedingtes Schlager-Opfer (erste selbst gekaufte Single mit elf Jahren: Bata Illic, „Ich möcht der Knopf an deiner Bluse sein“!) durch „Our House“ und „Tomorrow’s Just Another Day“ endlich erkannte, wie großartig und erleuchtend Popmusik sein kann, vor allem die britische.

Weil ich nicht genug Kohle dabei hatte, fuhr ich 1982 eines Samstags auf dem Fahrrad im persönlichen Rekordtempo den weiten Weg aus der Peiner Innenstadt nach Hause und wieder zurück in die Fußgängerzone, nur um für die Party am Abend noch vor Geschäftsschluss (13 Uhr!) „The Rise & Fall“ aus dem Plattenladen zu holen. So etwas Sportliches hatte ich noch nie zuvor für jemanden getan. Das musste Liebe sein.



Take-That-Musical kommt ins Kino: Darum geht es in „Greatest Days “

Die weltweite Hysterie die Take That einst auslösten, wird zum Stoff für die große Leinwand. Die Geschichte der Boyband und ihrer Fans wird in dem Musicalfilm „Greatest Days“ verewigt. Der Film basiert auf dem Musical „The Band“ und begleitet die Leben von fünf Mädchen, deren Leben sich auf einem Konzert ihrer Lieblingsband veränderte. 25 Jahre später kommen die fünf wieder zusammen, um in Erinnerungen zu schwelgen. Die „Greatest Days“ von Take That Im Gespräch für die Hauptrollen des Films sind Rosamund Pike, Cush Jumbo und Ruth Wilson, Regie führt Coky Giedroyc, während Tim Firth das Drehbuch schreibt. „Greatest Days ist…
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