Once in a lifetime: So war mein Tanz mit Bruce Springsteen auf dem Roskilde


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Die Bahn ist voll, es ist Montagmorgen um 8:00 Uhr, und alle müssen zur Arbeit. Wie schwer wiegt da doch manches Mal der Alltagskater.  Ich hole meinen MP3-Player heraus, suche das richtige Lied aus, und schon singt mir Bruce Springsteen direkt ins Ohr. Schon nach der ersten Zeile „I get up in the morning, and I ain’t got nothing to say…“ breitet sich ein Lächeln auf meinem Gesicht aus und meine Gedanken schweifen ab…

…ich stehe wieder in der ersten Reihe vor der Orange Stage auf dem Roskilde Festival. Einmal Bruce Springsteen nicht aus der Entfernung auf Leinwand zu sehen, sondern wahrhaftig zum Greifen nahe zu haben. Welches Mädchen mit dem richtigen Musikgeschmack träumt nicht davon? The BOSS rockt, etwa 80.000 Leute feiern und singen mit. Ganz vorne im Wellenbrecher wird getanzt, gesprungen und gedrückt, und immer, wenn Bruce nach vorne kommt und die Fans ihn berühren können, tobt die Menge. Leider stehe ich irgendwie etwas zu weit rechts… Doch dann sieht er mich plötzlich an, kommt doch in meine Richtung, mein Herz schlägt schneller, und als er mich umarmt und mir einen Kuss auf die Wange gibt, ist das gefühlt schon wie ein Ritterschlag. Danach müssen meine leuchtenden Augen, mit denen ich hin und weg das ganze Konzert verfolge, trotz Scheinwerfer selbst Bruce Springsteen dort oben geblendet haben, denn im letzten Teil von „Dancing in the Dark“ kommt er zielstrebig die Bühne entlang auf mich zu. An die Tänzerin, die er meist bei diesem Song auf die Bühne holt, denke ich in diesem Moment zwar nicht, doch ich zögerte auch keine Sekunde, als er mit breitem Grinsen vor sich auf die Bühne zeigt und mich dann mit einer lässigen Handbewegung zu sich winkt. Bruce Springsteen! Mein Herz setzt einen Schlag aus, meine Knie verlieren an Stabilität, und die folgenden Minuten spielen sich ab wie im Film…

Ich tanze mit Bruce Springsteen im Arm, bin wie in Trance und kann das alles gar nicht fassen… Die Scheinwerfer beleuchten die riesige jubelnde Menge… Die lebende Legende ist so nah, dass ich jede einzelne Lachfalte in seinem charismatischen Gesicht ausmachen kann… Eine Drehung, eine Verbeugung zum Abschluss, und schon ist der Moment auch wieder vorbei…  Und was bleibt, ist ein salziger Geschmack auf meinen Lippen, als ich ihn zum Abschied auf die Wange küsse…

15 minutes of fame – ich bin noch immer voller Glücksgefühle so nah an dem für mich größten lebenden Rockstar gewesen zu sein – ein once in a lifetime Erlebnis, das ich nie vergessen werde.

Mit dem Ausklang des Refrains „…Even if we’re just dancing in the dark” ist das Lied vorbei, ich komme langsam wieder in der Realität an, aber das Lächeln auf dem Gesicht bleibt – und wofür gibt es die Wiederholungfunktion…

 Und hier noch einmal der Song (der Tanz beginnt bei Minute 4.30):

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