Patti Smith über Nächte mit Rockstars und Sandwiches mit Dichtern


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Wie war das damals im New York der 1970er Jahre? Das will Marc Maron in seinem Podcast „WTF with Marc Maron“ von Patti Smith wissen.

Mit dem Comedian spricht die Rocklegende darüber, wie alles begann: ihre Leidenschaft für die Musik, ihre Karriere als Künstlerin und einige prägende Freundschaften, für die sie bis heute dankbar ist.

Gemeinsame Partynächte statt Personenkult

Schon früh spürte Patti Smith, dass sie mehr vom Leben wollte als einen „vernünftigen“ Job und einen geregelten Alltag. Nicht Sicherheit war es, was sie sich wünschte, sondern Freiheit. Auch wenn das im Widerspruch zu dem stand, was ihr vorgelebt wurde. Doch für die Sängerin und Lyrikerin stand fest: „Ich wollte nicht, dass alles geregelt und geplant ist. Ich wollte keine Sekretärin, keine Friseurin und keine Hausfrau sein. Ich wollte sehen, was es da draußen sonst noch gibt.“

Patti Smith

New York war offenbar genau der richtige Ort für solche Wünsche. „Das Schöne war, dass es dort zu jener Zeit von jungen Leuten wimmelte, die gleichgesinnt waren“, erzählt Smith. Sie hörten die gleiche Musik, kämpften für die gleichen Werte. Es gab so viele Berührungspunkte und so wenig Barrieren. „Wo auch immer du warst, fühltest du diese enge Verbundenheit“, erinnert sich die Künstlerin. „Sogar mit Leuten, die viel bekannter waren.“

So war es keine Seltenheit, dass sie abends mit Janis Joplin, den Allman Brothers oder Jimi Hendrix in der gleichen Bar saß und alle gemeinsam feierten. „Das einzige, was uns unterschied, war, dass sie ein bisschen mehr Geld für Getränke hatten.“ Damals gab es keinen so großen Personenkult um Prominente, wie es heute der Fall ist, findet Smith. „Die Leute machten keine Fotos, niemand fragte nach Autogrammen.“ Stattdessen hätten sie einfach normal miteinander abgehangen. Eine Gemeinschaft kreativer Menschen, die sich gegenseitig inspirierten.

Allen Ginsberg hielt Patti Smith für einen Jungen

Diese Ungezwungenheit veranschaulicht auch eine Anekdote, die Smith später im Podcast erzählt. Sie handelt davon, wie die Musikerin zum ersten Mal den Dichter Allen Ginsberg traf, der später ein enger Freund wurde. „Es war in den frühen 1970er Jahren“, erinnert sie sich. „Ich war sehr hungrig, und Robert und ich hatten nur wenig Geld.“

Also kramte sie ihre Münzen zusammen und ging zum Sandwich-Automaten, wo sie immer für 55 Cent ein belegtes Brot holte. Doch an diesem Tag war etwas anders. Erst nachdem sie die Münzen eingeworfen hatte, bemerkte sie, dass der Preis für ein mit Käse und Mustard belegtes Sandwich inzwischen um 10 Cent gestiegen war. „Ich war also wie am Boden zerstört, weil ich so hungrig war“, erzählt Smith. „Doch dann hörte ich diese Stimme hinter mir.“ Ein Typ fragte: „Kann ich helfen?“

Sie drehte sich um und blickte direkt in die Augen von niemand geringerem als Allen Ginsberg. Von dem hatte sie bis dato nur aus den Erzählungen ihres guten Freundes Bob Dylan gehört. Nun stand sie ihm gegenüber und er zahlte ihr auch noch das Sandwich. Und einen Kaffee obendrein. „Und dann setzte er sich zu mir und ich war sprachlos“, erinnert sich die Sängerin. Nachdem sie sich eine Weile unterhalten hatten, fragte er plötzlich: „Bist du eigentlich eine Frau?“ Und sie antwortete: „Ja, ist das ein Problem?“. „Nein, nein, nein“, entgegnete er. „Ich habe dich nur für einen sehr hübschen Jungen gehalten.“

Patti Smith liest Gedichte in New York vor (1975)
Patti Smith im Jahr 1975. Hier trägt sie gerade ihre Gedichte vor.

Ginsberg ist nur einer von vielen Wegbegleitern, über die Smith in dem Podcast spricht. Seien es Reden, Interviews oder ganze Kapitel in ihren Büchern: Die Musikerin ist dafür bekannt, stets anderen Künstlern Tribut zu zollen. Wenn Sie erfahren möchten, was die Sängerin über Sam Shepard, William Burroughs oder Robert Mapplethorpe erzählt, hören Sie sich den unten verlinkten Podcast an.

In den 90 Minuten spricht Smith außerdem darüber, wie sie mit der Corona-Pandemie umgeht und was sie im Lockdown übers Alleinsein gelernt hat. Zudem erklärt sie, warum ihr Freundschaft (auch in Beziehungen) immer wichtiger war als Liebe. Und sie redet über ihren ganz eigenen Zugang zur Musik und Lyrik und darüber, wie sie es geschafft hat, ihren Traum, Künstlerin zu sein, nie aus den Augen verloren und schließlich verwirklicht hat.

Richard E. Aaron Redferns

David Crosby erklärt Van-Halen-Schmäh: „Wusste nicht, dass er tot ist“

Es begann alles mit einem Wort: Am Anfang stand einfach nur „Meh“. Das war die Antwort, die David Crosby auf die Frage gab, was er von Eddie Van Halen und dessen Musik halte. Wie zu erwarten, bescherten diese drei Buchstaben dem Gitarristen einen gewaltigen Shitstorm. Und Crosby machte es nicht gerade besser, indem er immer weiter ausholte und seine Abneigung ausführlich begründete. Nun zieht Crosby seine Aussagen zurück. Seine Entschuldigung erscheint im ersten Moment jedoch auch etwas skurril. So behauptet Crosby, er habe einfach nicht auf dem Schirm gehabt, dass Eddie Van Halen kürzlich verstorben ist. https://twitter.com/thedavidcrosby/status/1315017156677914624?s=20 Die „peinliche Wahrheit“:…
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