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Porträt: Lorde erklärt das “Hunger Games”-Prinzip

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Porträt: Lorde erklärt das “Hunger Games”-Prinzip

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Gut ein Jahr ist inzwischen vergangen, seit sie auf ihrem Debütalbum, „Pure Heroine“, sang, dass sie bald zum ersten Mal in ein Flugzeug steigen würde. Inzwischen hat die 18-Jährige nicht nur kräftig Vielflieger-Meilen sammeln können, sondern ist nebenbei auch zur Ikone der „Alt-Pop“-Szene avanciert. Wann wird schon jemandem die Ehre zuteil, innerhalb eines Monats gleich zweimal von „South Park“ parodiert zu werden? Im Oktober fand Lorde endlich Zeit, auf ihrer Weltweit-Endlos-Tournee auch einen Abstecher in die alte Heimat Neuseeland zu machen. „Es fühlte sich tatsächlich schon wie eine Ehrenrunde an“, sagt sie. Und sie hatte auch Gelegenheit, zwischendurch einen eklektischen Soundtrack zu „The Hunger Games: Mockingjay – Part 1“ zusammenzustellen – und sich über ein neues Lorde-Album zumindest ein paar Gedanken zu machen.

„Jeder in meiner Altersgruppe hat natürlich die Bücher gelesen und die Filme gesehen“, sagt sie über das „Hunger Games“-Phänomen. „Ich bekam einen Anruf: ,Man fragt an, ob du den Song schreiben willst, der im Abspann des kommenden Filmes laufen soll.‘ Ich fühlte mich gebauchpinselt, wollte aber nichts aus der Hand geben, über das ich später keine Kontrolle mehr hätte. Sie ließen sich nicht abschütteln und fragten: ,Willst du denn den ganzen Soundtrack machen?‘ Ich dachte: Klar doch, das sollte funktionieren.“ Sie selbst wirkt bei fünf Songs mit – darunter ein von Diplo produziertes Duett mit Ariana Grande und ein Stück mit den Chemical Brothers und R&B-Star Miguel („Niemand hat bessere Gesangsmelodien als er“) – und konnte Kanye West dazu animieren, ihre Single „Yellow Flicker Beat“ zu „überarbeiten“: „Er ist so ein Geheimniskrämer, dass ich gar nicht darüber reden mag, wie er arbeitet. Ich war einfach nur dankbar, mit ihm in einem Raum sein zu können.“

Neben etablierten, wenn nicht berühmten Künstlern wie Grace Jones („Die Hohepriesterin, die über uns allen thront“) und Charli XCX stellt der Soundtrack derzeit beliebte Neulinge wie Raury, Tinashe und XOV vor, wie Lorde jovial erzählt: „Künstler, die ich auf YouTube hörte, als sie gerade mal 10.000 Hits hatten. Ich hielt sie einfach für cool und dachte mir, dass ihre Musik auch in einem anderen Umfeld funktionieren sollte – im Umfeld dieses Soundtracks zum Beispiel.“

Lorde muss noch immer ihren Rock-and-Roll-Hall-of-Fame-Auftritt im April verarbeiten, als sie mit den noch lebenden Mitgliedern von Nirvana „All Apologies“ sang. „Mir war durchaus bewusst, dass es eine große Sache für mich war“, sagt sie. „Was ich aber damals noch nicht ahnte, war, welche Wirkung diese drei Minuten auf mich haben würden. Sie waren im Nu vorbei, hatten aber eine anhaltende Magie. Auf dem Soundtrack gibt es einen Song, bei dem nur ich mit der Orgel zu hören bin – und es ist ein cooles Gefühl, meine Stimme in dem gleichen Kontext zu hören wie bei ,All Apologies‘.“

Mit den Aufnahmen zum neuen Albums hat Lorde indes noch nicht begonnen. „Ich sitze noch immer in den Startlöchern“, sagt sie. „Ich hatte schon viele Texte geschrieben, aber dann kam der Soundtrack dazwischen und saugte sämtliche Kreativität aus meinem Kopf. Aber immerhin haben sich ein paar Ideen herauskristallisiert. Ich vermute, dass andere Leute nicht so arbeiten, aber für mich zählt nur, was ich inhaltlich mit den Platten ausdrücken möchte. So etwas wie einen Zeitplan habe ich nicht, ich hab’s nicht eilig. Ich habe mir sogar schon gedacht, dass ich besser länger warten sollte, weil ich später eine bessere Musikerin sein werde. Genau das Gleiche dachte ich mir auch immer, als ich Hausaufgaben machen musste! Andererseits: Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Talent für zu viel Leerlauf habe.“

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