Darum ist „Predator: Badlands“ ist eine Buddy-Komödie (wirklich!)
„Predator: Badlands“ verwandelt den Sci-Fi-Kult in eine absurde Buddy-Komödie – mit Elle Fanning und einem charmanten Killer aus dem All.
Er ist ein außerirdischer Jäger – stolz darauf, der „Killer der Killer“ zu sein. Sie ist ein androider Sammler von Alien-Exemplaren, programmiert mit fröhlichem Kommentartalent, selbst in Todesgefahr. Zusammen mit einem putzigen Wesen, das die Beweglichkeit eines Rhesusaffen und das Gesicht eines Mopses hat, müssen sie sich durch gefährliche Landschaften schlagen.
Vom Dschungel ins Weltall
Und ja – wenn einer der beiden einem Monster das Rückgrat herausreißt und triumphierend in die Höhe hält, bleibt kein Zweifel: Wir befinden uns mitten in einer Buddy-Komödie. In einer, in der der Co-Star ein Predator ist. [Einspieler: „The Odd Couple“-Thema].
Einst war dieser Killer aus den Tiefen des Alls nur ein weiteres Hindernis zwischen Arnold Schwarzenegger und seinem Überleben im zentralamerikanischen Dschungel. Doch Stan Winstons legendäres Design machte ihn zur Kultfigur. Es folgten Sequels, Comics, Videospiele, Actionfiguren und sogar ein Animationsfilm. Sogar ein Duell mit den Xenomorphs durfte er bestreiten. Ein Star war geboren.
Der sechste Film der Reihe – oder der achte, wenn man die „Alien vs. Predator“-Ableger mitzählt – bleibt der Mischung aus B-Movie-Action, pulpigem Horror und Sci-Fi treu. Große Teile des Dialogs sind in „Predatorese“, der Sprache der Yautja, gehalten.
Die Handlung spielt auf zwei Planeten, die aussehen, als hätten Frank Frazetta und Roger Dean sie gemeinsam erschaffen. Doch im Kern ist „Predator: Badlands“ eine komödiantische Roadmovie-Geschichte – mit ebenso vielen Lachern über ungleiche Partner wie mit literweise Alien-Schleim.
Familienzwist und Kopfgeldjagd
Der junge Predator Dek (Dimitrius Schuster-Koloamatangi) will sich in den traditionellen Ritualen des Erwachsenwerdens beweisen, um endlich seinen Tarnmantel zu verdienen. Dafür muss er seinen Bruder Kwei (Mike Homik) besiegen. Doch als der Vater ihn wegen vermeintlicher Schwäche verbannt, schwört Dek, den Kopf eines Kalisk zu erbeuten – eines fast unsterblichen Monsters auf dem unwirtlichen Planeten Genna.
Dort begegnet er der Androidin Thia (Elle Fanning), einer Schöpfung der Weyland-Yutani Corporation – ja, der Weyland-Yutani Corporation. Sie wurde ebenfalls entsandt, um den Kalisk zu fangen. Damit ist der „Alien vs. Predator“-Kanon offiziell verschmolzen. Ihr erstes Treffen: ein Pterodaktylus, giftige Pflanzen und ein Nest. Thia ist gefangen – und halbiert. Dek hilft ihr, ihre Beine wiederzufinden, schnallt sie kurzerhand auf den Rücken, und gemeinsam mit dem Affen-Hund „Bud“ beginnt ihr Abenteuer. [Einspieler: „Movin’ Right Along“ aus „The Muppet Movie]“.
Zwischen Splatter und Slapstick
Was folgt, ist eine Mischung aus Thrill, Chaos und Sprachenwirrwarr – erstaunlich, wie viel Witz in „Predatorese“-Dialogen steckt. Fanning verleiht ihrer Androidin eine Pollyanna-hafte Unschuld und zugleich bedrohliche Kälte, wenn sie deren böse Zwillingsversion spielt. Regisseur Dan Trachtenberg, der schon mit Prey (2022) das Franchise neu belebte, inszeniert erneut spektakuläre Monsterangriffe, atemberaubende Landschaften und grotesken Humor.
Dek sinniert über „Stärke durch Dominanz“, köpft dabei Gegner – und trotzdem fliegen die Pointen. Eine Sequenz, in der Thia sich trotz fehlender Beine gegen Weyland-Yutani-Söldner verteidigt, ist bereits jetzt Kult.
Moral und Mandibeln
Am Ende, vor dem finalen Bosskampf, dem tragischen Höhepunkt und der Post-Credit-Szene, blitzt eine Botschaft auf: Es zählt nicht, in welche mörderische Familie man hineingeboren wird, sondern welche man sich aussucht. Oder anders gesagt: Der wahre Jagderfolg sind die Freunde, die wir unterwegs finden.
„Predator: Badlands“ wagt, was kein Teil zuvor tat – Humor zwischen Blut und Glibber. Wenn das Franchise seine Fühler in neue Genres ausstreckt, kann man nur sagen: Bitte mehr davon – vielleicht als Teenie-Musical-Rom-Com mit Predator?