Prince of Darkness, Madman, Hoffnarr: Leben und Tod Ozzy Osbourne
Metal-Legende, Madman, Reality-TV-Star und Prinz: Ein Blick auf Leben und Werk von Ozzy Osbourne
Ohne Ozzy Osbourne, darüber sind nahezu alle einig, hätte es den Heavy Metal in seiner heutigen Form wohl nicht gegeben. Als Sänger von Black Sabbath schrieb er Musikgeschichte und prägte ein ganzes Genre. Später war er auch als Solokünstler höchst erfolgreich – und wurde zu einer der unverkennbarsten Figuren der Musikwelt überhaupt.
Man nannte ihn den „Prince of Darkness“, doch Ozzy war längst nicht immer nur so düster: Besonders in seinen späteren Jahren zeigte er Humor, spielte mit seinem Image und inszenierte sich oft augenzwinkernd als Karikatur seiner selbst. Gleichzeitig galt er als gutmütiger Mensch, der sich immer wieder für soziale Anliegen engagierte.
Seine Popularität war schon zu Lebzeiten unbestritten – nach seinem Tod im Jahr 2025 wurde deutlich, wie sehr und wie weit Ozzy Osbourne über die Grenzen der Metal-Szene hinaus von allen geliebt wurde. Mit Ozzy verlor die Musikwelt einen ihrer ganz Großen – wir widmen uns aus diesem Grund dem Leben und Tod von Ozzy Osbourne.
Ozzy Osbourne: Kindheit und Anfänge
Ozzy Osbourne kam am 3. Dezember 1948 als John Michael Osbourne im Arbeiterviertel Aston in Birmingham zur Welt – in einer tristen, postindustriellen Landschaft aus Backsteinreihenhäusern, Kohlenstaub und Fabriklärm. Viel Grau, wenig Verfgnpügen, oder anders gesagt: eine Kindheit zwischen Kohlenstaub und Fabriklärm.
Sein Vater Jack arbeitete als Werkzeugmacher bei GEC, seine Mutter Lillian arbeitete in einer Kantine. Das Haus war winzig, die Toilette draußen im Hof, geheizt wurde mit Kohle.
Schon als Kind (Ozzy hatte drei Schwestern und zwei Brüder) bekam John den Spitznamen „Ozzy“. Wie er erzählte, fühlte er sich bereits damals ein wenig wie der Außenseiter der Familie. Er war ein stiller, fantasievoller Junge, der in der Schule mit Legasthenie kämpfte und den Unterricht oft als Qual empfand. Später erzählte er, er habe sich ständig weggedacht – irgendwohin, wo es nicht nach Rauch und Öl roch. Als er mit 14 die Beatles hörte, habe er gewusst, dass er Musiker werden wolle. Dieses Erlebnis wurde für ihn zum Schlüsselmoment, der sein Leben schlussendlich aus den engen Fabrikgassen von Aston herausführen sollte.
Kleinkriminalität und Gefängnis
Nach der Schule arbeitete Ozzy in einer Autofabrik, in einem Schlachthof und sogar kurz in einem Abwasserwerk – Jobs, die er hasste. Er geriet in die Kleinkriminalität, klaute Kleidung und ein Radio. Er wurde erwischt und verbrachte sechs Wochen im Gefängnis von Winson Green. Später sagte er, diese Zeit habe ihm endgültig klar gemacht, dass er kein Leben hinter Gittern führen wolle.

Seine ersten musikalischen Schritte machte Ozzy mit einer billigen PA-Anlage, die er auf Raten kaufte. Er probte mit Schulfreunden, versuchte sich in verschiedenen Bands und schrieb die Worte „Ozzy Zig Needs Gig“ an die Wand eines Musikladens – eine Art frühe Kleinanzeige auf der Suche nach Mitstreitern. Darauf meldeten sich Tony Iommi und Bill Ward, die damals in einer Band namens Mythology spielten. Zusammen mit Geezer Butler gründeten sie zunächst die Band Polka Tulk Blues Band, benannten sich dann in Earth um.
Ozzy: Erste Show mit Earth
Ihr erster Auftritt am 24. August 1968 wurde zum Desaster. „Wir gingen unter wie die Titanic“, erinnerte sich Butler später. Das Publikum war gnadenlos, der Band wurde bescheinigt, dass sie nicht spielen könne, und Ozzy sei ein miserabler Sänger. Beim Einladen der Instrumente kam es sogar zu einer Schlägerei. Die Band verschlankte sich daraufhin auf das Kernquartett Osbourne, Iommi, Butler und Ward und nannte sich Earth. Erste Engagements in Birminghams Henry’s Blueshouse machten sie zu einer lokalen Attraktion – nicht zuletzt, weil die Gigs immer wieder in handfeste Auseinandersetzungen mit Skinheads ausarteten.

Als sie erfuhren, dass es bereits eine andere Band namens Earth gab, benannten sie sich in Black Sabbath um – inspiriert von einem Horrorfilm, den Butlers Bruder oft erwähnte. Der erste Auftritt mit dem neuen Namen fand in einem kleinen Club in Birmingham statt. Als sie das düstere, von Iommis tiefer gestimmter Gitarre getragene Stück „Black Sabbath“ spielten, war der Effekt unmittelbar: „Die ganze Kneipe ist durchgedreht“, erinnerte sich Butler. „Da wussten wir, dass wir etwas Besonderes hatten.“
Black Sabbath: Der große Erfolg
1970 nahmen Black Sabbath ihr erstes Album in den Regent Sound Studios in London auf. Die Aufnahmen dauerten einen Tag, die Overdubs wurden am Folgetag erledigt. Das selbstbetitelte Album erschien am 13. Februar 1970 in Großbritannien und erreichte Platz 8 der UK-Charts.
Im selben Jahr folgte das zweite Album „Paranoid“, das innerhalb weniger Monate aufgenommen wurde. Mit Songs wie „Iron Man“, „War Pigs“ und „Paranoid“ erreichte es Platz 1 der britischen Albumcharts und Platz 12 in den USA. Die Single „Paranoid“ wurde ein Top-Ten-Hit in Großbritannien.
Diese beiden Alben begründeten den internationalen Durchbruch der Band. Black Sabbath gingen 1970 und 1971 auf ausgedehnte Tourneen durch Großbritannien, Europa und Nordamerika – oft vor ausverkauften Häusern.
1971 erschien „Master of Reality“, das dritte Studioalbum, das erstmals vollständig in den USA aufgenommen wurde. Es stieg erneut in die Top Ten der britischen und amerikanischen Charts ein und festigte den Ruf der Band. Mit den Alben „Vol. 4“ (1972) und „Sabbath Bloody Sabbath“ (1973) setzte sich der kommerzielle Erfolg fort.
Trennung von Black Sabbath und Solokarriere
Im April 1979 trennten sich Black Sabbath von Ozzy Osbourne. Der Entscheidung gingen Monate wachsender Spannungen voraus, ausgelöst durch Ozzys zunehmenden Alkohol- und Drogenkonsum und seine Abwesenheit bei Proben. Die verbleibenden Mitglieder Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward beschlossen gemeinsam mit dem Management, die Zusammenarbeit zu beenden. Kurz darauf verpflichtete die Band Ronnie James Dio als neuen Sänger und begann mit den Arbeiten am Album „Heaven and Hell“.
Ozzy Osbourne: Solokarriere
Nach seinem Ausstieg aus Black Sabbath begann Ozzy Osbourne mit Unterstützung seiner damaligen Managerin Sharon Arden, die später seine Ehefrau wurde, eine Solokarriere. 1980 erschien sein Debütalbum „Blizzard of Ozz“, das in Großbritannien Platz 7 und in den USA Platz 21 erreichte. Das Album enthielt Titel wie „Crazy Train“ und „Mr. Crowley“ und gilt als eines seiner erfolgreichsten Werke. Entscheidenden Anteil daran hatte Gitarrist Randy Rhoads, dessen Spielstil Ozzys neuen Sound prägte.
1981 folgte das zweite Album „Diary of a Madman“, das ebenfalls hohe Chartplatzierungen erreichte. Die Tour zum Album wurde 1982 von einem tragischen Unfall überschattet, bei dem Randy Rhoads bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Ozzy führte seine Karriere dennoch fort und veröffentlichte weitere Alben wie „Bark at the Moon“ (1983) und „The Ultimate Sin“ (1986), die ihn endgültig als Solokünstler etablierten.
Ozzy Osbourne veröffentlichte insgesamt 13 Studioalben als Solokünstler. Den Anfang machte 1980 „Blizzard of Ozz“, gefolgt von „Diary of a Madman“ (1981) und „Bark at the Moon“ (1983). In den 1980er-Jahren erschienen außerdem „The Ultimate Sin“ (1986) und „No Rest for the Wicked“ (1988). Mit „No More Tears“ (1991) gelang ihm einer seiner größten kommerziellen Erfolge. Es folgten „Ozzmosis“ (1995), „Down to Earth“ (2001), „Black Rain“ (2007) und „Scream“ (2010). Nach einer längeren Pause kehrte Ozzy 2020 mit „Ordinary Man“ zurück und veröffentlichte 2022 sein letztes Album „Patient Number 9“.
Tod von Randy Rhoads
Am 19. März 1982 kam Ozzys Gitarrist Randy Rhoads bei einem Flugzeugabsturz nahe Leesburg, Florida, ums Leben. Das Flugzeug, gesteuert vom Busfahrer der Band, streifte beim Tiefflug den Tourbus, kollidierte mit einem Gebäude und stürzte ab. Rhoads und zwei weitere Insassen starben sofort. Der Tod des 25-Jährigen traf Ozzy tonnenschwer. Er brach die laufende „Diary of a Madman“-Tour zunächst ab und sprach später von einer der dunkelsten Zeiten seines Lebens.

In einem Interview mit Guitar World erinnerte er sich auch daran, wie wichtig Rhoads für seinen Neuanfang nach Black Sabbath gewesen sei: „Wenn ich zurückblicke, war es ziemlich außergewöhnlich. Ich war seit der Highschool bei Black Sabbath, und plötzlich feuerte mich Tony Iommi. Völlig weggetreten von Drogen und Alkohol war ich und musste plötzlich eine Band zusammenstellen. Ich hatte noch nie jemanden vorspielen lassen und hatte große Angst. Ich hatte fast schon aufgegeben, als jemand Sharon von diesem großartigen Gitarristen in der Stadt erzählte – Randy Rhoads“.
Ozzy weiter: „Kurz darauf kam Randy in mein Apartment in Los Angeles. Er war so zerbrechlich, klein und fast feminin, dass ich dachte: ‚Oh nein, um Himmels willen.‘ Aus Höflichkeit lud ich ihn ein, am nächsten Tag zu spielen. Als er kam, war ich völlig zugedröhnt, auf einem anderen Planeten. Jemand weckte mich und sagte: ‚Er ist hier!‘ Ich sah auf, und Randy spielte auf einem winzigen Verstärker – und selbst in meinem benebelten Zustand hat er mich umgehauen. Ich sagte ihm, er solle am nächsten Tag wiederkommen, und er hatte den Job.“ Rhoads prägte Ozzys ersten beiden Soloalben Blizzard of Ozz und Diary of a Madman maßgeblich und gab Ozzys Karriere eine neue Richtung. Sein Verlust hinterließ eine menschliche wie kreative Lücke, Ozzy gab sich aus Trauer mehr und mehr dem Exzess hin.
Wiedervereinigung mit Black Sabbath
1997 kam es zur Wiedervereinigung von Ozzy Osbourne mit den ursprünglichen Mitgliedern Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward. Die Band spielte zunächst ausgewählte Konzerte und veröffentlichte das Livealbum „Reunion“, das zwei neue Studioaufnahmen enthielt. In den folgenden Jahren traten Black Sabbath regelmäßig bei Festivals wie Ozzfest auf. 2011 bestätigten Osbourne, Iommi und Butler offiziell ein neues Studioalbum. Mit Schlagzeuger Brad Wilk von Rage Against the Machine nahmen sie „13“ auf, das 2013 erschien und weltweit Spitzenpositionen in den Charts erreichte. Die anschließende „The End“-Tour führte die Band zwischen 2016 und 2017 um den Globus und endete mit zwei Abschiedskonzerten in Birmingham. 2025 kam es erneut zur finalen Reunion und Verbeugung– dazu später mehr.
Ozzy Osbourne: Familiensituation
Ozzy Osbourne heiratete 1971 in Birmingham Thelma Riley, die er in einem Nachtclub kennengelernt hatte. Mit ihr hat er zwei Kinder, Jessica Starshine Osbourne (geb. 1972) und Louis John Osbourne (geb. 1975). Zudem adoptierte er Thelmas Sohn Elliot Kingsley aus einer früheren Beziehung. Die Ehe zerbrach Anfang der 1980er-Jahre, nicht zuletzt wegen Ozzys exzessiven Alkohol- und Drogenkonsums.

1982 heiratete Ozzy Sharon Arden, die Tochter seines damaligen Managers Don Arden. Sharon übernahm nach Ozzys Trennung von Black Sabbath sein Management und spielte eine entscheidende Rolle beim Aufbau seiner Solokarriere. Unter ihrer Leitung entstand das Debütalbum Blizzard of Ozz, das den Grundstein für Ozzys erfolgreiche zweite Karriere legte. Zusammen bekamen Sharon und Ozzy drei Kinder: Aimee Osbourne (geb. 1983), Kelly Osbourne (geb. 1984) und Jack Osbourne (geb. 1985). Trotz öffentlicher Krisen, Ozzys langjährigen Suchtproblemen und vorübergehender Trennungen blieb das Paar bis zu Ozzys Tod 2025 verheiratet.
The Osbournes: Ozzy wird Reality-Star
Zwischen 2002 und 2005 war Ozzy Osbourne gemeinsam mit seiner Familie in der MTV-Realityshow „The Osbournes“ zu sehen. Die Serie dokumentierte den Alltag der Familie in ihrem Haus in Kalifornien und wurde zu einem der erfolgreichsten Formate des Senders. Die Darstellung von Ozzy als orientierungsloser, oft fluchender Familienvater ließ ihn für viele Zuschauer wie eine Witzfigur wirken, zeigte aber auch sein komödiantisches Talent und seine Selbstironie. „The Osbournes“ gewann einen Emmy Award, machte Sharons, Kellys und Jacks Leben öffentlich bekannt und stellte Ozzy einer neuen Generation vor. Heute gilt die Serie als Kult-Sitcom der frühen 2000er-Jahre.
Das Ozzfest
1996 rief Sharon Osbourne das Ozzfest ins Leben, ein jährlich stattfindendes Metal- und Hardrock-Festival, das Ozzy als Headliner präsentierte. Ozzfest entwickelte sich rasch zu einer der wichtigsten Plattformen für die internationale Metal-Szene und brachte Bands wie Slipknot, System of a Down und Limp Bizkit einem großen Publikum näher. Bis 2018 fanden regelmäßig Tourneen in Nordamerika, Europa und Japan statt, bei denen Ozzy sowohl mit seiner Soloband als auch mit Black Sabbath auftrat. Das Festival festigte seinen Ruf als Förderer neuer Talente und als zentrale Figur der Metal-Community.
Ozzy Osbourne: Drogensucht
Ein wiederkehrendes Thema in Ozzys Leben waren seine Alkohol- und Drogenprobleme. Bereits in den 1970er-Jahren konsumierte er regelmäßig Alkohol, Kokain und andere Substanzen, was zu Spannungen innerhalb von Black Sabbath führte und 1979 zu seinem Rauswurf beitrug. Auch während seiner Solokarriere kam es immer
wieder zu Rückfällen; mehrfach begab sich Ozzy in Entzugskliniken, unter anderem in den 1980er- und 1990er-Jahren.
Ozzy Osbourne erzählte in einem Interview mit Variety 2021: „Ich dachte, ich würde bis zu dem Tag trinken, an dem ich sterbe.“ Seine Frau und langjährige Managerin Sharon Osbourne sowie sein Sohn Jack, der damals seit 17 Jahren nüchtern war, nahmen an dem Gespräch teil. Ozzy erklärte: „Ich habe mich mein ganzes Leben lang selbst medikamentiert, weil ich nie mochte, wie ich mich fühlte. Ich hatte großen Erfolg in meinem Leben, aber ich habe mich nie gut mit mir selbst gefühlt.“
„Die meisten Menschen, mit denen ich getrunken habe, sind tot“
Über die Folgen seines früheren Lebensstils sagte er: „Die meisten Menschen, mit denen ich getrunken habe, sind tot. Und die, die es nicht sind und weitertrinken, werden bald tot sein. Das ist kein Happy End.“ Sharon Osbourne organisierte viele seiner Therapien und trug dazu bei, dass er trotz wiederkehrender Krisen Auftritte und Tourneen fortsetzen konnte. In späteren Interviews bezeichnete Ozzy Abstinenz als täglichen Kampf.

Gesundheutliche Probleme: Die letzten Jahre
In seinen letzten Lebensjahren kämpfte Ozzy Osbourne mit erheblichen gesundheitlichen Problemen. Nach einem schweren Sturz 2019 musste er sich mehreren Operationen an der Wirbelsäule unterziehen. 2020 machte er öffentlich, dass er an einer Form der Parkinson-Krankheit leide. Mehrere Tourneen wurden daraufhin verschoben oder abgesagt. 2023 kündigte Ozzy an, endlich wieder auftreten zu wollen, musste aber kurze Zeit später bekannt geben, dass er physisch nicht mehr in der Lage sei, eine vollständige Tour zu absolvieren.

In seiner Radiosendung Ozzy Speaks erklärte er: „Es ist so verdammt schwer, weil ich da draußen sein will. Ich will es tun. […] Die Sache ist, dass mein Kopf in Ordnung ist, meine Kreativität ist in Ordnung, mein Gesang ist in Ordnung, aber ich kann verdammt noch mal nicht viel laufen.“ Die Situation belastete ihn stark: „Ich kann dir gar nicht sagen, wie verdammt frustrierend das Leben geworden ist. Es ist erstaunlich, wie man im Leben vorankommt, und eine dumme Sache kann einem für lange Zeit alles vermasseln. Ich war noch nie in meinem Leben so lange krank.“
Ozzy: Abschied in Birmingham
Am 5. Juli 2025 setzten Black Sabbath mit „Back to the Beginning“ in Birmingham den letzten Punkt hinter ihre Karriere. Es war ein langer Festivaltag mit Auftritten der Creme de la Creme der Metalszene von Metallica, Slayer, Gojira und vielen anderen, bevor Ozzy Osbourne zunächst ein kurzes Soloset spielte – darunter „I Don’t Know“, „Mr. Crowley“ und „Mama, I’m Coming Home“.

Anschließend standen Black Sabbath zum ersten Mal seit 2004 wieder mit Bill Ward am Schlagzeug gemeinsam auf der Bühne. Die Setlist war kurz, aber bedeutungsvoll: „War Pigs“, „N.I.B.“, „Iron Man“ und als letzter Song „Paranoid“. Ozzy saß während des Auftritts auf einem Thron, seine Stimme war brüchig, aber präsent. Es war weniger ein Konzert als ein Abschiedsmoment, eine Verneigung vor der eigenen Geschichte. Ein emotionaler Abschiedsmoment, der leider auch das letzte Mal gewesen sein sollte.
Ozzy Osbourne: Tod
Ozzy Osbourne starb am 22. Juli 2025 im Alter von 76 Jahren im Kreis seiner Familie. In einem offiziellen Statement hieß es: „Mit tiefer Trauer, die Worte nicht beschreiben können, müssen wir euch mitteilen, dass unser geliebter Ozzy Osbourne heute Morgen verstorben ist. Er war im Kreise seiner Familie und von Liebe umgeben. Wir bitten alle, die Privatsphäre unserer Familie in dieser schweren Zeit zu respektieren.“ Unterschrieben war die Erklärung von Sharon sowie den Kindern Jack, Kelly, Aimee und Louis.

Am 30. Juli 2025 verabschiedte Birmingham und die Welt mit einem öffentlichen Trauerzug von Ozzy. Tausende Fans säumten die Straßen, als der Leichenwagen mit dem Sarg des Musikers über die Broad Street bis zur Black-Sabbath-Gedenkbank fuhr. Sharon Osbourne und die Kinder Jack und Kelly legten Blumen nieder und nahmen sich Zeit, die zahlreichen Tributzettel und Geschenke der Fans anzusehen. Nach dem öffentlichen Trauerzug fand die Beerdigung im engsten Familienkreis statt. Birmingham ehrte damit einen seiner berühmtesten Söhne, der gemeinsam mit Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward den Sound des Heavy Metal geprägt hatte.
Ozzy war mehr als Heavy-Metal-Papst, Dunkelheitsregent und Fledermaus-den-Kopf-Abbeißer (die Geschichte wurde so oft breitgetreten, die lassen wir hier mal außen vor). Alice Cooper beschrieb es nach Ozzys Tod schön: „Ich habe Ozzy immer als eine Mischung aus dem Fürsten der Dunkelheit gesehen, das war die Seite, die seine Fans sahen, und dem Hofnarren. Das war die Seite, die seine Familie und Freunde sahen“, so der Schockrocker. Düstnernis, aber auch jende Menge Humor, Exzess, aber auch Liebeswürdigkeit und Gutherzigkeit: So bleibt uns Ozzy Osbourne in Erinnerung.