Phil Collins The Singles



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Diese Kollektion zeigt noch einmal, warum Collins von 1981 bis 1989 die Charts regierte. „In The Air Tonight“ vom Album „Face Value“ startete den Siegeszug: Die Drums! Die Schwüle! Der Funk! Darauf folgten sechs Auskopplungen – selbst für 1982 war das ­eine gebieterisch hohe Zahl – aus „­Hello, I Must Be Going!“. Erst ab „Sussudio“ (1985) wurde für Collins der Sound wichtiger als der Song und dessen Seele. Die Qualität ließ nach, die Spielerei nahm zu – und damit nähern wir uns der dritten „Singles“-CD.

Chronologisch geordnete Songsammlungen zeugen von Mut, denn sie können Leistungskurven beschreiben. Weil die Qualität der Songs bis zum Ende exzellent blieb, sind das „Rote“ und das „Blaue“ Album der Beatles toll. Bowies „Nothing Has Changed“ ist zumindest kurios, weil die Chronologie von Neu nach Alt geht, also das Stärkere zum Ende hin kommt, wie bei einem dramaturgisch klugen Konzert. Collins’ dritte „Singles“-CD indes lässt sich kaum ertragen. Bei Chris de Burgh wäre Material dieser Güte wohl noch auf Disc eins, der mit den „Hits“, gelandet. Aber ab Mitte der Neunziger war Collins ausgezählt.

Alles drin – im Guten wie im Schlechten

Das „verrückte“ Cover – mit Graffiti bringt man ihn nicht in Verbindung – erinnert an Faltblatt­werbung aus dem Medien-Supermarkt. Doch es ist ein anderes Detail, das nachdenklich stimmt: Das Cover zeigt auch die Vinyl-Singles. Von denen hätte man sich, das ist Collins’ Werk wert, Replikas gewünscht, einzelne Papp-CD-Singles in einer Box statt drei Scheiben in einem normalen Dreifach­umschlag. Im Vergleich zu den aufwendigen „Take A Look At Me Now“-Reissues der LPs wirkt das wie eine Sparmaßnahme.

Dafür umfasst diese Kollektion auch Singles, die es nicht auf die Neuveröffentlichungen der Alben schafften: die Capri-Sonne unter den Duetten, „Easy Lover“ mit Philip Bailey, oder das über die Jahre gewachsene „You’ll Be In My Heart“ aus dem „Tarzan“-Film. In dieser Sammlung ist alles drin, was Collins ausmacht. Im Guten wie im Schlechten. (Rhino/Warner)


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