Phil Collins Face Value



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1981 war das Jahr der großen Rhythmen: Kraftwerk veröffent­lich­te „Computerwelt“, Grace Jones „Nightclubbing“. Darein fügte sich Phil Collins mit seinem Solo­debüt und einem delirierenden Song, der womöglich Mitwisserschaft an einem Mord behandelt. „In The Air Tonight“ paart einen lauernd vor sich hin arbeitenden Drumcomputer mit einem der dramatischsten – und berühmtesten – Schlagzeug-einsätze der Popgeschichte. Produzent Hugh Padgham entwarf den „Gated-Reverb-Sound“: härtester Schall durch höchste Kompression.

Das Lied und große Teile von „Face Value“ drehen sich um Collins’ Scheidung. Seine Ex inspirierte ihn zu seiner besten Single, „I Missed Again“ mit Ronnie Scotts wie ein Schrei im Dunkeln klingendem Saxofon, und zu dem renitenten „I’m Not Moving“, dessen dezenter Vocoder­einsatz seinesgleichen sucht.

„Take A Look At Me Now“ heißt die Reihe, in der Phil Collins’ Alben auf CD und Vinyl neu aufgelegt werden, mit B‑Seiten, Live-Aufnahmen und Demos. Zum Auftakt gibt es auch das rührselige „Both Sides“ (★ ★ ) von 1993; Collins’ Akku war damals, mit 42, längst leer.


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