Ringo Starr: Die 20 besten Songs des unterschätzten Beatle

Ein Überblick über Ringo Starrs vielseitige Solokarriere – von frühen Standards bis zu popkulturellen Momenten wie den Powerpuff Girls.

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Seit sich die Beatles 1970 trennten, hatten die drei Männer, die vorne auf der Bühne standen, kein Problem damit, ihr Vermächtnis aufzubauen. John Lennon schrieb die legendären Songs „Imagine“ und „Give Peace a Chance“. George Harrison veröffentlichte All Things Must Pass und verbrachte Zeit als Mitglied der Traveling Wilburys. Paul McCartney ist Headliner der Super-Bowl-Halbzeitshows und der olympischen Eröffnungszeremonien.

Der Schlagzeuger Ringo Starr hatte leider nicht das gleiche Glück. Nach einer Reihe von Hitsingles in den frühen 70er Jahren stand er meist nicht mehr im Rampenlicht der Musikszene und trat nur noch als versierter Session-Musiker (er spielte unter anderem für Bob Dylan, Tom Petty und Ben Harper) oder als Synchronsprecher in Erscheinung.

Der Award for Musical Excellence, den Starr 2015 bei der Aufnahmezeremonie in die Rock and Roll Hall of Fame erhielt, verschaffte dem Schlagzeuger die wohlverdiente und längst überfällige Anerkennung sowohl als Begleitmusiker als auch als Solokünstler. Verfolgen Sie die Karriere unseres Coverstars mit diesen 20 Songs.

„Sentimental Journey” (1970)

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Unmittelbar nach der traumatischen Auflösung der Beatles wandte sich Starr kurzzeitig komplett vom Rock ab. Er nahm eine Reihe von Pre-Rock-Standards wie „Night and Day“, „Stardust“ und den Titelsong seines Debüt-Soloalbums „Sentimental Journey“ auf.

Das passte zwar nicht gerade zu seinen bescheidenen stimmlichen Fähigkeiten, war aber dennoch charmant. Außerdem würden die gegenseitigen Beschuldigungen und Gerichtsverfahren, die auf die Trennung der Band folgten, jeden nach einfacheren Zeiten sehnen lassen. Das war schon seit einiger Zeit eine Idee, die er im Hinterkopf hatte. Und er wählte die Songs mit Hilfe seiner Eltern, insbesondere seiner Mutter, aus.

„Beaucoups of Blues” (1970)

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Country-Musik passte schon immer am besten zu Starrs ironischem Gesang, und mit der Unterstützung des legendären Pedal-Steel-Session-Musikers Pete Drake nahm er sein zweites Soloalbum, „Beaucoups of Blues“, in Nashville auf. Einer Stadt, die er irgendwie noch nie zuvor besucht hatte.

Die Präsenz von Presley ist bei dieser Aufnahme deutlich zu spüren. Elvis‘ erster Gitarrist, Scotty Moore, war Toningenieur bei Music City Recorders, einem Studio, das ihm teilweise gehörte. Die Backgroundsänger des King, die Jordanaires, harmonieren gekonnt hinter Ringo.

„It Don’t Come Easy” (1971)

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„It Don’t Come Easy” aus dem Jahr 1971 ist zum Teil eine Vorahnung der entspannten Leichtigkeit des Softrock der Siebziger („you don’t have to shout or leap about”) und dennoch zu Recht Starrs meistgefeierter Hit. Greil Marcus nahm ihn in seinen Anhang „Treasure Island” zur Diskografie von Stranded auf, wo Ringo mit einem einzigen Eintrag mit John Lennon („God”) gleichzog und George Harrison (null – Paul McCartney bekam das gesamte Band on the Run) schlug.

In „I Wanna Be Sedated: Pop Music in the Seventies“ bezeichneten Phil Dellio und Scott Woods „It Don’t Come Easy“ und „Photograph“ als „die wahrscheinlich zwei besten Post-Beatles-Singles aller Zeiten“. Nicht schlecht für eine lässig-verspielte, dreiminütige Hommage an Phil Spector mit Bläsern und Becken sowie gospelartigen Chorbegleitungen von zwei Mitgliedern von Badfinger.

„Early 1970” (1971)

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„Mit den Beatles ist alles in Ordnung“, versicherte Starr angeblich noch im März 1970. Einen Monat später war die Trennung offiziell. ein halbes Jahr danach nahm er diesen hoffnungsvollen, aber herzzerreißenden Nachruf auf, der zumindest anfangs auf der B-Seite von „It Don’t Come Easy“ versteckt war.

Es ist eine Art Rap, in dem er sich selbstironisch über seine eigenen instrumentalen Fähigkeiten äußert. „Ich spiele kein Bass, weil das zu schwer für mich ist“. Und sich dabei Vers für Vers fragt, welcher seiner ehemaligen Bandkollegen (oder „Ritter“, wie es in einer früheren Version des Titels hieß) mit ihm spielen wird, wenn sie in die Stadt kommen. Paul vielleicht, John sicher, George ist schon da. Tatsächlich ist er es, der Slide-Gitarre und Klavier spielt!

„Back Off Boogaloo“ (1972)

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1972 war Glam Rock das nächste große Ding in Großbritannien. Starr war genauso anfällig für T-Rextasy wie jeder andere auch. Er drehte einen Dokumentarfilm, Born to Boogie, zur Erinnerung an einen Auftritt von T. Rex im Wembley-Stadion.

Marc Bolans Einfluss ist in diesem verspielten Stomp allgegenwärtig. Ringo gefiel der Song so gut, dass er ihn fast ein Jahrzehnt später mit Harmonien von Harry Nilsson und Beatles-Zitaten im Text neu aufnahm.