Nick Reiner: Welche Auswirkung hat Schizophrenie auf das Urteil?

Nick Reiner war vor dem mutmaßlichen Doppelmord an Rob und Michele Reiner mit Schizophrenie diagnostiziert worden

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Nick Reiner war bereits mit Schizophrenie diagnostiziert worden, bevor er seine Eltern in einem schockierenden Doppelmord im Haus der Familie in Los Angeles mutmaßlich erstochen haben soll, wie ROLLING STONE bestätigen kann.

Der legendäre Schauspieler und Regisseur Rob Reiner sowie seine Ehefrau, die Fotografin und Produzentin Michele Singer Reiner, starben laut Gerichtsmedizinern an „mehreren Stichverletzungen“ in ihrem Wohnhaus im Stadtteil Brentwood.

Die Todesfälle ereigneten sich am 14. Dezember. Nick Reiner (32) wurde wegen zweifachen Mordes ersten Grades angeklagt. Die Staatsanwaltschaft benennt ein Messer als mutmaßliche Tatwaffe.

Ermittlungen und medizinischer Hintergrund

TMZ berichtete zuerst über Nicks Schizophrenie-Diagnose. Quellen zufolge wurde Nick in einer Einrichtung in Los Angeles behandelt, die auf psychische Erkrankungen und Drogenmissbrauch spezialisiert ist. Eine kürzliche Änderung seiner Medikation habe zu „unberechenbarem und gefährlichem“ Verhalten geführt, das seine Ärzte unter Kontrolle zu bringen versucht hätten, so die Quellen.

Am Dienstag erklärte der Bezirksstaatsanwalt von Los Angeles County, Nathan Hochman, dass die Anklagepunkte auch die besonderen Umstände mehrerer Morde mit einer tödlichen Waffe beinhalten. Dadurch könnte Nick im Falle einer Verurteilung die Todesstrafe drohen. Voraussetzung für ein Verfahren wäre jedoch zunächst, dass ein Richter seine Verhandlungsfähigkeit feststellt. Hochman sagte, sein Büro prüfe weiterhin, ob die Todesstrafe beantragt werde. In Kalifornien gilt derzeit ein Hinrichtungsmoratorium unter Gouverneur Gavin Newsom.

Aussagen der Staatsanwaltschaft

Hochman lehnte es ab, sich zu einer möglichen Vorgeschichte psychischer Erkrankungen Nicks zu äußern, abgesehen von dessen bekannten Problemen mit Sucht. „Wenn es Beweise für eine psychische Erkrankung gibt, werden diese vor Gericht vorgelegt – in dem Umfang, den die Verteidigung für angemessen hält“, sagte er.

Nick wurde spät am Sonntagabend in der Nähe des Exposition Park westlich der Innenstadt von Los Angeles festgenommen. Stunden zuvor hatte seine jüngere Schwester Romy den Tatort entdeckt und Hilfe gerufen, wie Rolling Stone zuvor bestätigte.

Gerichtsauftritt und Verteidigung

Nick erschien am Mittwoch erstmals vor Gericht. Er trug ein ärmelloses blaues Suizidpräventionsgewand und war mit einer Kette um die Taille gefesselt. Sein prominenter Verteidiger, der frühere Staatsanwalt Alan Jackson, erklärte, es sei zu früh für ein Schuldbekenntnis. Die Anklageverlesung wurde daher auf den nächsten Monat verschoben.

„Dies ist eine verheerende Tragödie, die die Familie Reiner getroffen hat. Das erkennen wir alle an“, sagte Jackson nach der Anhörung vor dem Gerichtsgebäude. „Unser Mitgefühl gilt der gesamten Familie Reiner. Mit diesem Fall sind sehr, sehr komplexe und ernste Fragen verbunden. Diese müssen gründlich, aber äußerst sorgfältig behandelt und geprüft werden.“

Weitere Hintergründe

Quellen zufolge hatten Rob und Michele Reiner am Abend vor ihrem Tod gefragt, ob sie Nick als Gast zu Conan O’Briens Weihnachtsparty mitbringen dürften. Auf der Feier habe Nick laut Aussagen „antisoziales Verhalten“ gezeigt, darunter intensives Anstarren anderer Gäste.

Rob und Michele Reiner hatten drei gemeinsame Kinder. Am Mittwoch brachen ihr älterer Sohn Jake (34) und Romy (27) ihr Schweigen und teilten ihre Trauer sowie ihren Dank für die Unterstützung. „Worte können den unvorstellbaren Schmerz, den wir jeden Moment des Tages empfinden, nicht einmal ansatzweise beschreiben“, erklärten sie in einer Rolling Stone vorliegenden Stellungnahme. „Der grausame und verheerende Verlust unserer Eltern, Rob und Michele Reiner, ist etwas, das niemand jemals erleben sollte. Sie waren nicht nur unsere Eltern, sie waren unsere besten Freunde.“

Bitte der Familie

Die Geschwister bedankten sich für die „Welle an Beileidsbekundungen“. „Wir bitten nun um Respekt und Privatsphäre, darum, dass Spekulationen mit Mitgefühl und Menschlichkeit begegnet wird, und dass unsere Eltern für die außergewöhnlichen Leben, die sie geführt haben, und für die Liebe, die sie gegeben haben, in Erinnerung behalten werden“, erklärten sie.