„Rock am Ring“ wird 30: Ein Rückblick aufs erste Mal

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„Rock am Ring“ wird 30: Ein Rückblick aufs erste Mal

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30 Jahre – eine kleine Ewigkeit. 1985 gewann Boris Becker Wimbledon, Joschka Fischer wurde hessischer Umweltminister und Michail Gorbatschow Generalsekretär der Sowjetunion. Damals fand auch das erste „Rock am Ring“-Festival statt, am 25. und 26. Mai 1985. Die Rahmenbedingungen waren noch vergleichsweise bescheiden: 17 Bands standen auf nur einer Bühne, die 75.000 Zuschauer waren für 49 Mark dabei. Wer spielte damals? Und was wurde aus den Bands? Wir haben nachgeforscht.

Die Großen:

Chris de Burgh
Damals: „High On Emotion“ – und im Jahr vor der Schnulze „Lady In Red“ wurde der Ire sogar von Rockfans mit Schulterzucken akzeptiert.
Heute: Das letztjähriges Album „The Hands of Man“ schaffte es immerhin noch auf Platz 8 der deutschen Charts.

Foreigner
Damals: Mit ihrem Melodic-Rock ein paar Jahre lang „Juke Box Heroes“, dank „I Want To Know What Love Is“ auch zum Feuerzeugschwenken geeignet.
Heute: Immer noch aktiv, aber seit 2003 ohne Original-Sänger Lou Gramm.

Saga
Damals: Die Kanadier legten ihren Prog-Rock massenkompatibel aus und schafften sich so auch ohne einen richtig großen Hit eine treue Gefolgschaft.
Heute: Immer noch aktiv, seit 2011 sogar wieder mit Original-Sänger Michael Sadler. Ihr 21. Album, „Sagacity“, erschien vor einem Jahr.

U2
Damals: Auf dem Tourplakat unter Chris de Burgh.
Heute: Die größte Rockband der Welt, gerade mit der größten Rockshow der Welt unterwegs – und immer bereit für die größten Hits und die größten Fehler.

Huey Lewis & The News
Damals: „The Heart Of Rock & Roll“ mit „The Power Of Love“, als „Special Guest“ angekündigt.
Heute: Huey Lewis lebt auf einer Ranch in Montana, hat einen Bypass und spielt Golf. Sein letztes Album mit den News erschien 2010.

REO Speedwagon
Damals: „Can’t Fight This Feeling“: Die AOR-Erfolgsband der Stunde, ebenfalls als „Special Guest“ angekündigt
Heute: Immer noch auf Tour, im vergangenen Jahr mit den Melodic-Rock-Kollegen von Chicago.

Die nicht ganz so Großen:

Joe Cocker
Damals: Der Brite erlebte dank „Up Where We Belong“ gerade seinen dritten Frühling – und nicht den letzten.
Heute: Joe Cocker starb am 22. Dezember 2014.

Rick Springfield
Damals: Mit den hymnischen Rocksongs „Love Somebody“ und „Celebrate Youth“ auf dem Karriere-Höhepunkt.
Heute: Springfield nahm den Popularitätsabfall mit Humor und spielte in der Serie „Californication“ eine grandiose Version seiner selbst.

Marius Müller-Westernhagen
Damals: Marius Müller-Westernhagen.
Heute: Westernhagen. Und auch der Erfolg ist knapper, obwohl er 2014 sein Album großspurig „Alphatier“ nannte.

Gianna Nannini
Damals: Dank „Latin Lover“ die beliebteste Italienerin im Land.
Heute: Immer noch für einen Skandal gut – 2010 wurde sie mit 55 noch einmal Mutter.

Marillion
Damals: Hatten gerade ihren Superhit „Kayleigh“ veröffentlicht.
Heute: Sänger Fish stieg 1988 aus, die britischen Prog-Rocker machen bis heute unbeirrt weiter.

Mink DeVille
Damals: Willys letzte Tour mit Mink DeVille – 1986 löste er die Band auf und machte solo weiter.
Heute: Willy DeVille starb im August 2009 in New York City.

Die Kleineren:

The Alarm
Damals: Die Waliser hatten einen kleinen Hit mit „Sixty Eight Guns“, aber leider wenig Charisma.
Heute: Immer noch unterwegs.

Lone Justice
Damals: Vielversprechende Roots-Rock-Band um Maria McKee, die ab 1986 allerdings lieber solo weitermachte („Show Me Heaven“).
Heute: McKee dreht Filme mit ihrem Ehemann Jim Akin, ihr letztes Album erschien 2008.

Immaculate Fools
Damals: Mit „Hearts Of Fortune“ hatte die britische Rockband gerade ihr Debüt veröffentlicht, der Titelsong wurde im UK ein Hit.
Heute: Wurden aus unerfindlichen Gründen ausgerechnet in Spanien weltberühmt und ließen sich dort nieder, lösten sich aber schon 1997 auf.

Night Ranger
Damals: Die Kalifornier um Jack Blades waren trotz des Hits „Sister Christian“ eher ein Geheimtipp.
Heute: Aufgelöst und neugegründet, immer noch auf Ochsentour, besonders gern in Asien. Dazwischen fuhr Jack Blades mit den Damn Yankees immerhin Doppelplatin auf.

Shakatak
Damals: „Down On The Street“ bekannt für Easy-Listening-Jazz-Pop und bei einem Rockfestival etwas deplatziert.
Heute: In anderer Besetzung immer noch aktiv, veröffentlichen fast jedes Jahr ein neues Album.

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