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Sido:“Fuffies im Club“

Geschossen hat bekanntlich noch keiner. Außer natürlich, ha ha, mit Wortsalven. Aber der Berliner Rapper Sido wurde unlängst von dem Frankfurter Rapper Azad wegen irgendwas böse verprügelt. Sido und seine unbarmherzige Posse schworen schnell und öffentlich Rache, es wurden in Folge eifrig Diss-Tracks über das Internet ausgetauscht und Web-Foren von Fans mit wüsten Dingen vollgeschrieben. Sollte es etwa einen HipHop-Krieg zwischen der Hauptstadt und dem harten hessischen Pflaster geben? Das Album von Azad ging jedenfalls wenig später auf Anhieb in die Top Ten der Charts, Sidos blaues Auge verheilte.

Ach, was ist nur aus dem ohnehin nie richtig guten Deutsch-Hop geworden? Wo sind die Netten (Fettes Brot, Blumentopf)? Wo die Schlauen (Doppelkopf, Eins Zwo)? Wo die Alten (LSD, Advanced Chemistry)? Spätestens seit Sido mit einem Remix von „Mein Block“ eine erfolgreiche Stadtführung durch Boogie Down Berlin gegeben hat, sieht jeder stammelnde Halbproll seine Viertelstunde gekommen. Sie sagen stockend „Yo Mann, Alter“, reden über „Schlampen“ sowie die Techniken, anderen Menschen Stichverletzungen beizubringen. Irgendwer legt einen Beat darunter, und irgendwer kauft den Schrott natürlich.

Doch ist das nun die harte, unverfälschte Poesie von räudigen Straßenkötern, die gar nicht anders denken und reden können und in Amerika zu gut verdienenden Stars geworden wären? Oder handelt es sich bei dem ganzen Theater doch bloß um jugendgefährdendes Geprolle? Fast scheint es so. Sido hat sich bei einem Knastkonzert seine Hörer schon mal genauer durch die Maske angesehen und wird wohl sehr gemischte Gefühle dabei gehabt haben. Da tritt er lieber mit einem Kinderrapper auf, lässt Stefan Raab alt aussehen und packt irgendwelchen Mädchen an die Hupen, Alter. Wirft dann noch ein paar falsche „Fuffies im Club“ – Geld, das er seinen lallenden Rap-Freunden lieber für eine große Tüte gepflegte Vokabeln spendieren sollte. Man einigte sich dann offenbar, es bei der Art von Tüte zu belassen, von der HipHopper wie Hippies am meisten verstehen.


„Stefan Raab Live“: Nostalgieabend mit Promifaktor

Es glich einem kleinen Wunder, als Stefan Raab eine einmalige Comeback-Live-Show in der Kölner Lanxess-Arena ankündigte. Nach einem rasanten Ausverkauf wunderten sich Fans immer wieder, was der Entertainer im Ruhestand sich mit diesem Abend versprach. Zunächst hieß es, „Stefan Raab Live“ würde von ProSieben live oder auch im Nachhinein ausgestrahlt werden. Später nahm der Sender die Ankündigung zurück – es gäbe keine Mitschnitte der Show, nur das, was Fans im Internet verbreiten würden, geriete an die Öffentlichkeit. „Ich will das alte Zeug hören“ Die dreistündige Show – Raab mag es bekannterweise lange – war als Nostalgie-Abend angelegt. Darin packte der…
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