Smudo zum Thema Urheberrecht


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In unserer Reihe „Copyright or wrong?“ beziehen Künstler aus Deutschland Stellung zum Thema Urheberrecht. Nach dem einleitenden Beitrag von Ekki Maas von Erdmöbel, dem Statement von Frank Spilker, Phillip Boa, Bela B. und Inga Humpe bezieht heute Smudo Stellung zum Thema. Smudo ist Gründungsmitglied von Die Fantastischen Vier. „Für Dich immer noch Fanta Sie“ erschien im Mai 2010.

Ich finde es gut, dass sich Sven Regener derart spektakulär zur Sache öffentlich äußert, auch wenn ich manche Positionen seiner „Rede“ nicht teile. Sonst hört man solche Äußerungen aus Kreisen des Pop-Establishments und die werden wenig ernstgenommen. Ich begrüße jede Initiative, die das Bewusstsein dergestalt schärft, dass klar sein muss, das Komposition, Text oder Darbietung nicht ungeschützt gehandelt werden kann – auch im Sinne der Konsumenten. Das Verlagswesen ist als Schutz vor Ausbeutung von Kreativen ersonnen worden. Allerdings ist mir noch kein ernstzunehmendes Mitglied der Umsonst-Gesellschaft begegnet. Dass Teenager alleine aus Budgetgründen und altersbedingtem Nonkonformismus nicht jede Musik kaufen, war schon vor der vernetzten Gesellschaft bekannt. Obwohl „Das Urheberrecht“ in dieser Debatte sehr gerne mit „konservativ“ und „rückschrittlich“ in Verbindung gebracht wird, bin ich grundsätzlich der Ansicht, dass es einen rechtlich verankerten Schutz für geistiges Eigentum geben muss. Ich denke, dass über diesen Punkt auch Einigkeit herrscht. Ebenso ist es selbstverständlich, dass das Gesetz der Gegenwart hinterherregelt. Am Ende führen Debatten oder die graduelle Veränderung der gegenwärtigen Sachlage zu Anpassungen im Urheberrecht.

Eine anhaltende Debatte vorausgesetzt, denke ich, dass  die Musikbranche auf einem guten Weg ist. Vor einigen Jahren wäre ich da deutlich pessimistischer gewesen. Aber man darf den Musikfan nicht mit dem gemeinen Radiohörer verwechseln, der Musik als Hintergrundrauschen seines Alltags nutzt. Bisher wurde an diesem User verdient. Der Musikfan hingegen ist an den  Klängen, der Biographie ihrer Macher, und dem kulturellen Kontext interessiert. Eine vernetzte Gesellschaft bietet viel Potenzial, diese Features zu nutzen.

Hier die bisherigen Beiträge der Serie: