ROLLING STONE-Ausgabe 07/2019 MIT EXKLUSIVER PHIL COLLINS 7-INCH SINGLE
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Voodoo-Blues-Genie Dr. John ist tot – „Right Place, Wrong Time“

Dr. John starb bereits am Donnerstagmorgen an einem Herzinfarkt, wie die Familie des Musikers über seinen Twitter-Account mitteilte. Der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Malcolm „Mac“ John Rebennack hieß, prägte mit seiner Mischung aus Jazz, R‘n‘B, Blues und Pop die Rockmusik der vergangenen Jahrzehnte und gewann für sein Werk insgesamt sechs Grammys. Seine Familie betonte in ihrer Stellungnahme seine tiefe Verbundenheit zur Musik-Stadt New Orleans.

Mit seiner Faszination für okkulte Mystik erarbeitete sich Dr. John den auch zweifelhaften Ruf, ein Voodoo-Musiker zu sein. Schon mit seinem Debütalbum „Gris-Gris“ (1968) spitzte er Anspielungen auf (dunkle) Magie derart zu, dass er damit sogar Hörer verschreckte. Seinen ersten Hit landete Dr. John mit „Right Place, Wrong Time“, das sich 1973 auf der Platte „In the Right Place“ befand.

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Rolling Stones und Van Morrison arbeiteten mit Dr. John zusammen

Dr. John büßte in jungen Jahren nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung einen Ringfinger ein und saß für kleinere Delikte im Gefängnis. Im Laufe seiner Karriere spielte er mit vielen Größen der Rockmusik zusammen. So unterstützte er die Rolling Stones bei ihren Aufnahmen für „Exile on Main St.“, arbeitete mit Frank Zappa, Grateful Dead und Sam Cooke, später auch mit Sonny und Cher zusammen.

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Dr. John bei einem Auftritt in London 2012
Dr. John bei einem Auftritt in London 2012

Aretha Franklin sicherte sich ebenfalls seine Unterstützung. Van Morrisons Comebackalbum „A Period of Transition“ (1977) wäre möglicherweise ohne die Hilfe von Dr. John so nie entstanden. Beide traten auch gemeinsam live auf und präsentierten ein TV-Special.

Sein Einfluss auf Blues und Rock interessierte sogar das Disney-Studio: Dr. John durfte den Song „Cruella DeVille“ für die Realverfilmung von „101 Dalmatiner“ (1996) einsingen und wirkte auch bei der Verneigung des Micky-Maus-Studios vor New Orleans, „Küss den Frosch“, 2009 mut. Er interpretierte hier „Down in New Orleans“.

In den letzten Jahren wurde es deutlich ruhiger um den umtriebigen Blues-Künstler. Seit 2017 habe er sich laut Familie völlig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und genoss in seiner Geburts- und Lebensstadt New Orleans absolute Ruhe.

Andy Sheppard WireImage

Provokanter Chronist der Gegenkultur: Regisseur Peter Whitehead ist tot

Peter Whitehead, einer der provokantesten britischen Filmemacher und zugleich Autor zahlreicher Bücher, ist im Alter von 82 Jahren bereits am 10. Juni gestorben. Das meldete am späten Donnerstagabend (13. Juni) der britische „Guardian“. Mit Filmen wie „Wholly Communion“ oder „Benefit Of The Doubt“ setzte er der Gegenkultur der 60er-Jahre in London und New York ein Denkmal und erwies sich als einer ihrer intellektuell versiertesten Begleiter. „Wholly Communion“, 1965 in der Royal Albert Hall gedreht, zeigt etwa einen Dichterwettbewerb, bei dem Beat-Poeten wie Allen Ginsberg gegen Querdenker wie Ernst Jandl antraten, und hielt dabei den Wirbelsturm der geradezu subversiven Gedanken dieser…
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