Copyright or wrong?

Smudo zum Thema Urheberrecht

"Ich begrüße jede Initiative, die das Bewusstsein dergestalt schärft, dass klar sein muss, das Komposition, Text oder Darbietung nicht ungeschützt gehandelt werden kann - auch im Sinne der Konsumenten." Smudo bezieht Stellung zum Thema Urheberrecht.
Foto:
Peter Wafzig/Getty Images
Smudo von den Fantastischen Vier

In unserer Reihe "Copyright or wrong?" beziehen Künstler aus Deutschland Stellung zum Thema Urheberrecht. Nach dem einleitenden Beitrag von Ekki Maas von Erdmöbel, dem Statement von Frank Spilker, Phillip Boa, Bela B. und Inga Humpe bezieht heute Smudo Stellung zum Thema. Smudo ist Gründungsmitglied von Die Fantastischen Vier. "Für Dich immer noch Fanta Sie" erschien im Mai 2010.

Ich finde es gut, dass sich Sven Regener derart spektakulär zur Sache öffentlich äußert, auch wenn ich manche Positionen seiner "Rede" nicht teile. Sonst hört man solche Äußerungen aus Kreisen des Pop-Establishments und die werden wenig ernstgenommen. Ich begrüße jede Initiative, die das Bewusstsein dergestalt schärft, dass klar sein muss, das Komposition, Text oder Darbietung nicht ungeschützt gehandelt werden kann - auch im Sinne der Konsumenten. Das Verlagswesen ist als Schutz vor Ausbeutung von Kreativen ersonnen worden. Allerdings ist mir noch kein ernstzunehmendes Mitglied der Umsonst-Gesellschaft begegnet. Dass Teenager alleine aus Budgetgründen und altersbedingtem Nonkonformismus nicht jede Musik kaufen, war schon vor der vernetzten Gesellschaft bekannt. Obwohl "Das Urheberrecht" in dieser Debatte sehr gerne mit "konservativ" und "rückschrittlich" in Verbindung gebracht wird, bin ich grundsätzlich der Ansicht, dass es einen rechtlich verankerten Schutz für geistiges Eigentum geben muss. Ich denke, dass über diesen Punkt auch Einigkeit herrscht. Ebenso ist es selbstverständlich, dass das Gesetz der Gegenwart hinterherregelt. Am Ende führen Debatten oder die graduelle Veränderung der gegenwärtigen Sachlage zu Anpassungen im Urheberrecht.

Eine anhaltende Debatte vorausgesetzt, denke ich, dass  die Musikbranche auf einem guten Weg ist. Vor einigen Jahren wäre ich da deutlich pessimistischer gewesen. Aber man darf den Musikfan nicht mit dem gemeinen Radiohörer verwechseln, der Musik als Hintergrundrauschen seines Alltags nutzt. Bisher wurde an diesem User verdient. Der Musikfan hingegen ist an den  Klängen, der Biographie ihrer Macher, und dem kulturellen Kontext interessiert. Eine vernetzte Gesellschaft bietet viel Potenzial, diese Features zu nutzen.

Hier die bisherigen Beiträge der Serie:

Inga Humpe zum Thema Urheberrecht

"Sven Regeners Interview feiern wir, von vorne bis hinten und zurück." Inga Humpe bezieht Stellung zum Thema Urheberrecht.

Tags: 2raumwohnung / Inga Humpe / Internet / Urheberrecht

Bela B. zum Thema Urheberrecht

"Ein Lied, das dich vielleicht ein Leben lang begleitet, kostet weniger als ein Snickers an der Tanke." Bela B. bezieht Stellung zum Thema Urheberrecht.

Tags: Bela B. / Die Ärzte / Internet / Sven Regener / Urheberrecht

Phillip Boa zum Thema Urheberrecht

"Zum Thema Kultur-Flatrate kann ich nur sagen, dass es sie bereits gibt. Spotify (oder Napster seit Jahren) ist längst eine Kultur-Flatrate. Flat eben. So übrigens sehen diese Abrechnungen in der Realität aus: 200.000 Streamings = ein Mittagessen!" Phillip Boa zum Thema Urheberrecht.

Tags: Philip Boa / Philipp Boa / Voodoocult / Urheberrecht / GEMA / Copyright or wrong

Frank Spilker zum Thema Urheberrecht

"Mit dem Internet ist es irgendwie wie mit dem Tonfilm. Auf der einen Seite werden die Musiker arbeitslos, auf der anderen Seite will man aber auch nicht mehr darauf verzichten." Frank Spilker bezieht Stellung zum Thema Urheberrecht.

Tags: Copyright or wrong / Die Sterne / Ekki Maas / Erdmöbel / Frank Spilker

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Kommentare (2)
Ich weiß nicht, ich weiß nicht.

Natürlich reden sich die Stars leicht. Die GEMA protegiert sie schließlich (kleine Künstler grenzt sie dagegen aus). Wo bleibt der Idealismus, die Aufgeschlossenheit Neuem gegenüber? Beim Geld werden sie plötzlich alle spießig, die Herren und Damen Bohemiens. Dabei ist das System, das ihnen ihr vergleichsweise angenehmes Leben ermöglicht, weder sonderlich alt noch selbstverständlich. The times, they are a-changin'! Und, lieber Rolling Stone, vielleicht auch mal an die eigene Nase fassen: Vor ein paar Ausgaben habt Ihr Euch als großer Fürsprecher der GEMA geoutet, zugleich postet Ihr aber immer wieder Youtube-Videos, bei denen man sich schon fragt, ob da die Urheberrechtsfrage geklärt ist bzw. der Künstler Geld sieht. Bruce Springsteens Levon Helm-Tribut zum Beispiel. Viele Grüße!

neue Geschäftsmodelle

Neue Geschäftsmodelle müssen her.
Manche haben das schon verstanden.

"Aber man darf den Musikfan nicht mit dem gemeinen Radiohörer verwechseln, der Musik als Hintergrundrauschen seines Alltags nutzt. Bisher wurde an diesem User verdient. Der Musikfan hingegen ist an den Klängen, der Biographie ihrer Macher, und dem kulturellen Kontext interessiert. Eine vernetzte Gesellschaft bietet viel Potenzial, diese Features zu nutzen."

Andere nicht....

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