Erste Kriegswoche gegen Iran kostete mehr als 11,3 Milliarden Dollar

Verteidigungsbeamte zufolge verbrauchte das Militär in den ersten zwei Kriegstagen Munition im Wert von 5,6 Milliarden Dollar – der Gesamtpreis steigt weiter.

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Inmitten wachsender Fragen zu den Zielen des US-israelischen Kriegs gegen Iran haben mehrere Nachrichtenagenturen berichtet, dass Pentagon-Vertreter Abgeordneten während eines vertraulichen Briefings auf dem Capitol Hill am Dienstag mitgeteilt haben, dass die geschätzten Kosten des Konflikts in den ersten sechs Tagen 11,3 Milliarden Dollar überstiegen.

Laut der „New York Times“, die zuerst über das Thema berichtete, waren darin keine Nebenkosten enthalten – etwa die Vorbereitung von Militärgerät und Personal vor den ersten Angriffen.

„Ich gehe davon aus, dass die aktuelle Gesamtbetriebszahl deutlich darüber liegt“, sagte Senator Chris Coons (D-Del.) am Mittwoch gegenüber Reportern, wie NBC News berichtete. „Wenn man sich nur die Ersatzkosten für die eingesetzte Munition ansieht, liegt man bereits weit jenseits von 10 Milliarden Dollar.“

Kosten der Operation Epic Fury

In einer Stellungnahme gegenüber dem Sender erklärte ein Pentagon-Sprecher: „Wir kommentieren keine vertraulichen Gespräche oder Angelegenheiten. Was die Kosten der Operation Epic Fury betrifft: Wir werden die Gesamtkosten erst kennen, wenn die Mission abgeschlossen ist.“

Die „New York Times“ und die „Washington Post“ hatten zuvor berichtet, dass Verteidigungsbeamte in früheren Briefings vor dem Kongress erläutert hätten, das Militär habe in den ersten zwei Kriegstagen Munition im Wert von 5,6 Milliarden Dollar verbraucht. Das Center for Strategic and International Studies schätzte, dass die ersten 100 Stunden der Operation Kosten von 3,7 Milliarden Dollar verursacht hätten – also 891,4 Millionen Dollar pro Tag, so die „Times“.

Die Trump-Administration hatte angekündigt, dem Kongress einen Antrag auf Zusatzfinanzierung für den Krieg zukommen zu lassen. Senator Roger Wicker, der republikanische Vorsitzende des Streitkräfteausschusses des Senats, sagte jedoch am Mittwoch, er rechne nicht damit, dass der Antrag noch in diesem Monat eingehe, wie die Associated Press berichtete.

Widersprüche im Weißen Haus

Wie lange der Krieg dauern wird und welches Endziel verfolgt wird, ist nach wie vor unklar. Präsident Donald Trump und sein Kabinett haben widersprüchliche Aussagen zum Konflikt gemacht. In einem Telefoninterview mit CBS News am Montag sagte Trump, der Krieg mit Iran sei „very complete, pretty much“. In einem kurz zuvor aufgezeichneten Interview für CBS‘ „60 Minutes“ hingegen erklärte Verteidigungsminister Pete Hegseth, er wolle den Zuschauern mitteilen: „This is only just the beginning.“

Noch am selben Montag fragte ein Reporter den Präsidenten auf einer Pressekonferenz: „Sie sagten, der Krieg sei ‚very complete‘, aber Ihr Verteidigungsminister sagt: ‚Das ist erst der Anfang.‘ Was gilt nun?“

„Man könnte beides sagen“, antwortete Trump damals. „Es ist der Beginn des Aufbaus eines neuen Landes. … Wir könnten es jetzt schon als enormen Erfolg bezeichnen – so wie wir hier rausgehen, könnte ich das sagen – oder wir gehen weiter, und wir werden weiter gehen.“

Charisma Madarang schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil