22 Pistepirkko -Drops & Kicks

Die Sammlung „The Nature Of 22 Pistepirkko“, die die Geschichte der finnischen Band ausgehend von den BIues-Anfangen 1985 erzählt, ist eine äußerst unterhaltsame Angelegenheit.

Wie sie allmählich Rock, LoFi, Folk, Country, Pop und Elektronik in ihren Sound integrieren, ein langer Weg, der sie 1998 zu ihrem eklektischen Meisterwerk „Eleven“ führte. Einer Platte, die mehr Beck war als Beck (und manchmal fast so viel Primal Scream wie Primal Scream). Daß sie danach mit „Rallye Of Love“ versuchten, ein perfektes, homogenes, bruchloses Synthie-Popalbum zu machen, war fast ein bißchen enttäuschend Auch auf „Drops & Kicks“ geht’s um großen Pop, dieses Mal allerdings (fast) ohne computergenerierte Beats und Elektronik. Dafür himmelstürmende Harmonien, Gitarren über Gitarren über Keyboardteppichen über Schlagzeug und pochender Perkussion. „Twister“ heißt die Eröflhung, in der schon das ganze Album angelegt ist. Sogar der Bluesrock „Rat King“, der kurz darauf hereinbricht – brachiale Gitarren, ein eingängiges Riff und diese quengelige Stimme, die immer alles wie eine Pastiche erscheinen läßt. Es folgt der zärtelnde Folkpop, „I Knew“, „Space Riding“ beginnt, als spielten (die frühen) Teenage Fanclub ein Stück von Roy Orbison und wird dann zu Slade, zu T. Rex. Wir sind wieder mittendrin im 22 Pistepirkko-Kaleidoskop. Schillernder Pop, (Beat-Box-)FoIk, Blues, Punk – alles durcheinander, nacheinander oder auf einmal. Eingängig, clever und manchmal ungeheuer albern. Lässig aus dem Handgelenk geschüttelt wie einst das Solodebüt von Stephen Malkmus, fugt sich dieser knallbunte Stilmix zu einer der wohl unterhaltsamsten Platten des Sommers.

Das Doppelvinyl mit sieben Bonusstücken und anderer Dramaturgie zeigt die Stärken dieser wundervollen Band noch deutlichen Wenn 22 Pistepirkko nichts vorprogrammieren, ist perfekter Pop vorprogrammiert.

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