Albumcharts: Frei.Wild marschieren an, Helene Fischer hält sie in Schach


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Südtiroler Heimattümelei überrollt die deutschen Albumcharts. Auf dem ersten Platz ist alles ja noch alles beim Alten: Helene Fischer weigert sich, vom Thron runterzusteigen, „Farbenspiel“ bleibt auf der Eins, Fischer regiert das Musikland Deutschland. Fragwürdiger wird es dann allerdings auf dem zweiten und fünften Platz: Die Südtiroler Heimatstolz-Rocker von Frei.Wild, die mit der selben stumpfen „Wir sind der Underdog“-Masche wie seinerzeit die Böhsen Onkelz aufmarschieren, kommen mit „Live Auf Frankfurt“ auf die Zwei, auch die Fünf okkupieren sie mit „Auf Stiller Fahrt – Die Konzertreise“.

Der Unterschied zwischen Helene Fischer und Frei.Wild: Schreibt man Kritisches über die Sängerin, käme kein Fan auf die Idee, beleidigt zu reagieren. Der nibelungentreue Zusammenhalt und das (frei erfundene) gemeinsame Narrativ des „Opferseins“ führt immer wieder zu Meisterleistungen in Sachen Diskurs. Weil: jeder, der Deine Band nicht dufte findet, ist dein Feind. Und als wäre das nicht genug: Auch auf Rang 80 sind die jungen Onkels um Frontsänger Philipp Burger vertreten.

Harmloser geht es weiter: Roger Cicero nimmt mit „Was auch immer kommt“ die Vier ein, Milow erobert mit seinem Album „Silver Linings“ die Sieben.

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