Bevor die Helme kamen: die USA-Livepremiere von Daft Punk 1996


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Was für ein Bild: Gefilmt mit einer wackelnden Handkamera, sieht man Männer mit Mützen in einem dunklen Wald, nur spärlich erhellt, sie umringen einen blassen Jüngling … ist das etwa ein Ausschnitt aus dem Found-Footage-Film „The Blair Witch Project?“.

Bei dem jungen Mann hinter dem DJ-Pult, umgeben von johlenden Menschen, handelt es sich um Thomas Bangalter von Daft Punk. 1996 trugen er und sein Kollege Guy-Manuel de Homem-Christo noch keine Helme, und außerhalb Frankreichs war das Duo noch gänzlich unbekannt. Ihr Debüt „Homework“, das ihnen einen sofortigen Durchbruch bescherte, sollte erst ein Jahr später erscheinen.

Trotzdem sorgte Bangalter mit seinem Set, das er auf dieser regendurchnässten Lichtung in Wisconsin abhielt – es handelt sich um das zum dritten Mal statt findende Rave-Festival Even Furthur – , für Furore. Wie Spin in einer Oral History berichtet, erinnerten sich viele House- und Techno-Größen an Daft Punk, die damals schon als zweiter Headliner gebucht waren.

Das Even-Furthur-Festival galt als größtes Rave-Event im Mittleren Westen. Auf Bussen, Wohnwagen und Trucks wurden damals Lautsprecher installiert. Wer sich das Video ansieht, bekommt jedoch auch einen leichten Grusel wegen der White-Trash-Atmosphäre.

Ein Blick auf Bangalter, 21, bevor er zum Roboter wurde: