„Breaking“: Ólöf Arnalds. Herrlich verhuscht.

Island ist in Bewegung. Gerade hat der größte Komiker der Insel das Rathaus von Reykjavik bezogen. Seine Versprechungen: kostenlose Handtücher in den Schwimmbädern und ein Eisbärengehege für den Zoo – dazu die nahezu unmögliche Entschuldung. An seiner Seite: Björks beste Freundin Jóga. „Jón Gnarr wird als Bürgermeister viel bewegen können. Humor ist die höchste Form der Intelligenz.“

Die isländische Folksängerin Ólöf Arnalds blickt hoffnungsfroh in die Zukunft. Ihr zweites Album „Innundir Skinni“ („Unter der Haut“) ist das andere große Thema in der Stadt. Das „Norraena Husid“, den Ort der Livepräsentation, umgibt zwar die Aura eines Gemeindehauses – die kreative Szene Reykjaviks hält sich hier dennoch gerne auf. Mütter kommen mit ihren Töchtern, alle sind befreundet. Ólöfs Cousin ist der Multiinstrumentalist Ólafur Arnalds, der Sigur Rós auf Tour begleitete. „Ich würde nicht sagen, dass wir als isländische Musiker eine gemeinsame Identität haben“, analysiert Ólöf. „Aber es gibt hier einfach sehr viele starke und eigene Charaktere. Wir haben nicht die Last einer großen Vorgeschichte. Das gibt den Leuten genügend Raum, um herumzuexperimentieren.“ Ólöf konnte dabei nicht auf eine Platten-Sammlung der Eltern zurückgreifen.

Auf der Bühne wirkt Ólöf herrlich verhuscht, weiß aber genau, was sie will und kann. Man würde sie auch mögen, wenn sie schlechte Musik machen würde. Macht sie aber nicht: Vor allem der Titelsong und das Cover von Arthur Russells „Close My Eyes“ treiben einem die Tränen in die Augen. An diesem Abend in Reykjavik begleitet sich Ólöf selbst auf der Gitarre – bei ihrem ersten London-Auftritt unterstützte sie Buddy Davíd Pór Jónsson. „Ich war etwas ängstlich, dachte, alle wären dort so furchtbar cool. Aber ich wurde freundlich aufgenommen.“ „Mojo“ nannte sie daraufhin „Reykjaviks Antwort auf Kate Bush„, doch Vergleiche mit Folksängerinnen wie Judee Sill und Vashti Bunyan sind weitaus zutreffender.

Auf „Innundir Skinni“ singt Ólöf nun auch erstmals drei Stücke auf englisch. Damit nicht genug: Für die B-Seite ihrer zweiten Single „Crazy Car“ hat sie den Titel „Sukiyaki“ des japanischen Crooners Kyu Sakamoto in der Originalsprache aufgenommen. „Wahrscheinlich werden sich die Japaner über meine Aussprache totlachen!“

Frank Lähnemann


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