Brian May: Arbeit mit Axl Rose war eine „merkwürdige Erfahrung“


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Der Gitarristen-Verschleiß, der sich durch die Entstehung des 2008 erschienenen „Chinese Democracy“ von Guns N’Roses zog, soll auch Queen-Gitarrist Brian May getroffen haben: Keiner seiner Parts, die er für Axl Rose einspielte, hätte es auf das finale Album geschafft, erklärt der 74-Jährige.

An „Chinese Democracy“ verzweifelten die Gitarristen

Betrachtet man die Geschichte der Band, fällt einem vor allem eins auf: Die unzähligen Gitarristen, die Guns N’Roses über die Jahre unterstützten. Im Jahr 1996 verließ das bis dato feste Mitglied Slash die Band, was die Hinzuziehung von Paul Huge, Robin Finck, Buckethead, Richard Fortus, Bumblefoot und DJ Ashba erforderte. Nur Fortus ist aktuell noch dabei, Ashbas Guns-N‘-Roses-Zeit ereignete sich zwischen 2009 und 2015 – dementsprechend nach der Veröffentlichung von „Chinese Democracy“.

Doch alle anderen nannten das selbe Ausstiegskriterium: der fehlende Fortschritt des Albums. Nun berichtete auch Brian May, er sei an der Entstehung beteiligt gewesen. Zu  hören sei er auf der Platte allerdings nicht. May erinnert sich, es hätte geschlagene neun Jahre gedauert, die Gitarren-Parts für den Titel „Catcher in the Rye“ aufzunehmen. Für ihn sei das alles „seltsam“ gewesen.

Der Gitarrist bezeichnet die Zusammenarbeit mit Rose als eine „merkwürdige Erfahrung“. „In der Mitte des Prozesses wurde Axl zum Einsiedler“, so May. Er hätte in seinem Haus gearbeitet, während sich der Queen-Musiker gemeinsam mit Rose‘ Toningenieur hauptsächlich im Studio „am Fuße des Hügels“ befand. Rose sei kaum noch vorbeigekommen. „Ab und zu rief er an und war ganz begeistert, dann redete er viel. Doch dann verschwand er wieder“, berichtet der Musiker.

Seine Gitarren-Parts hätte er 1999 aufgenommen, zum Erscheinen des Album 2008 waren diese wohl nicht mehr aktuell genug. Kurz vor der Veröffentlichung wurde kundgetan, dass May nicht auf der Scheibe zu hören sei.

Brian May ist enttäuscht

Er zweifle die Entscheidung des Frontmanns nicht an und könne verstehen, dass Rose vermutlich gerne auch einen Gitarristen auf dem Album haben wollte, der zur Zeit der Veröffentlichung Mitglied von Guns N’Roses sei. Eine kleine Enttäuschung sei es trotzdem gewesen: „Ich habe eine Menge Arbeit hineingesteckt und war stolz darauf“, so May.

Ein Queen-Fan soll Rose trotzdem geblieben sein. Nachdem er 1992 beim Tribute-Konzert für Freddie Mercury auftrat und Queen 2018 als die beste Band aller Zeiten bezeichnete, bleiben daran kaum Zweifel. Brian May erfreut sich bis heute an dem Auftritt seines Kollegen und postete sogar 2020 noch einmal auf Instagram darüber.

Auf Tour kann man Guns N’Roses hierzulande im Juni sehen. Wie die Band es schaffen will ohne Corona zu touren, erklärte Slash kürzlich in einem Interview.