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Aus dem Off (4)

Corona-Tagebuchnotizen von Arne Willander: The Concert In Central Park

Bei Anne Will sitzt die Infektionsbiologin Melanie Brinkmann, das anmutig grämlich Gesicht der Krise, bekannt aus Markus Lanz‘ Sendung. Sie hat ihre Stulpenstiefel gegen kürzere Schuhe getauscht, deren rechter mit Blumen geschmückt ist.

Sie sagt den Satz, den wir von Professor Wieler aus den Bulletins des Robert-Koch-Instituts kennen: „Ich freue mich, wenn ich mich irre.“ Aber es werde dauern mit dem Impfstoff. Das Imperial College in England ist an etwas dran. Professorin Frau Brinkmann bleibt skeptisch. „Das ist eine Modellstudie, die beruht auf einem MODELL.“

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Tobias Hans, der saarländische Ministerpräsident, der wie ein Ministrant aussieht, spricht auf einem großen Bildschirm aus dem Saarland. Für den Taxifahrer in Berlin, der eben, vor seinem Taxi stehend, einen Appell an Anne Wills Gäste gerichtet hat, könne es sofort Geld geben, mit dem er über die nächsten Tage komme. Wie viel?, fragt Anne Will. 5000 Euro, das helfe für ein paar Tage, dann vielleicht auch mehr.

Wir müssten nun, so Tobias Hans, alle mitnehmen. Er, zum Beispiel, befrage seinen Vorgänger und die Opposition. Beides ist Oskar Lafontaine – einst Ministerpräsident des Saarlandes, jetzt Oppositionsführer. Hans wiederholt: Vorgänger befragen, Opposition. Keine Spaltung, auch nach dem Ende der Krise nicht.

Bei „titel thesen temperamente“ meldet sich Slavoj Zizek aus dem Home Office: Der weltweite Kapitalismus sei nun getroffen worden wie David Carradine in Quentin Tarantinos „Kill Bill 2“, nämlich von der Fünf-Punkte-Pressur-Herzexplosions-Technik. Man kann noch aufstehen und ein paar Schritte gehen, dann fällt man um. Der Gelehrte, im T-Shirt vor einem farbenfrohe Gemälde, sieht den „tödlichen Schlag für den Kapitalismus“. Die Rettung bringe aber nicht Kommunismus oder Kleinstaaterei, sondern „mehr internationale Kooperation“. Slavoj Zizek ist immer unterhaltsam.

Weltkulturerbe Simon & Garfunkel

Nach dieser messerscharfen Diagnose schaue ich das Konzert, das Simon & Garfunkel am 19. September 1981 im Central Park von New York gaben. Es ist immer beruhigend, dieses Weltkulturerbe zu sehen. Die Bühne ist so etwas wie „Unsere kleine Stadt“, im Hintergrund sieht man einen großen Wasserspeicher und einen Ventilator.



Corona-Tagebuchnotizen von Arne Willander: Cleopatra

Man frag sich manchmal bei den Programmankündigungen von Netflix, was sich wohl hinter den Bildern und Titeln verbirgt. "Großkatzen und ihre Raubtiere" verschleiert erfolgreich die Bizarrerie dieser phantasmagorischen Dokumentation, die den Originaltitel "Tiger King" trägt, uns in Abgründe blicken lässt – und die blicken nicht zurück. Hier begegnen uns Welten jenseits der Vorstellungskraft. Der Schauder der Faszination aber wird bald abgelöst vom Ekel des Überdrusses angesichts dieses Pandämoniums von Absurdität, Grausamkeit und Sinnlosigkeit. Ein Elend wird besichtigt, das darum weiß, dass es besichtigt wird. „Tiger King“ in der Kritik: Die Schautafeln bei Arte, nach Begriffen wie "Pop und Kultur" und…
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