Spezial-Abo
Highlight: Michael Jackson: Ein Leben in Bildern

Aus dem Off (3)

Corona-Tagebuchnotizen von Arne Willander: Jenseits von Jedem

Prokrastination ist natürlich immer ein Problem. Heute wollte ich erstens im Badezimmer durchwischen und zweitens mein Studium der Filme von Eric Rohmer vorantreiben, indem ich die drei Zyklen anschaue, jedenfalls „Sommer“, um mit einer Jahreszeit des Jahreszeiten-Zyklus zu beginnen.

Zum 100. Geburtstag Rohmers soll demnächst eine DVD-Anthologie erscheinen, die erstmals alle Werkphasen versammelt. Aber ich machte dann nichts von beidem, Badezimmer und Rohmer, sondern sah den Ausschnitt einer Festveranstaltung für Lionel Richie im Jahr 2012 in Las Vegas, bei der Kenny Rogers sich launig und würdevoll bei Richie dafür bedankt, dass er ihm 1980 den Song „Lady“ überließ, der ein großer Hit wurde.

Eric Rohmer – Moralische Erzählungen auf Amazon.de kaufen

Rogers erzählt auf der Bühne, dass er Richie anrief und fragte, ob er ein Stück für ihn schreiben könne. Richie sagte, er habe keine Zeit. Dann trafen sich die beiden aber doch, in Las Vegas, Richie brachte „Lady“ mit und sagte, er habe das Lied den Commodores, seiner Band, vorgeschlagen, die es jedoch ablehnten – ein interessanter Ansatz für die Anpreisung eines Songs, lacht Rogers, eine Empfehlung für angehende Songschreiber. Im Auditorium will Richie sich nun ausschütten, dann springt er auf, streckt die Arme aus und dreht sich zum Publikum um.

Auf der Toilette schnell nachgedacht

Rogers erzählt weiter. Bei der Aufnahme im Tonstudio, sechs Monate später, bemerkte er, dass es keine zweite Strophe gab. Daraufhin zog sich Richie in die Toilette zurück und kehrte nach einer Weile mit der benötigten Lyrik zurück. Unter Druck könne er am besten schreiben. „There’s so many ways to say ,I love you’/ We belong together/ Won’t you believe in my song/ I’ve been waiting for you for so long …“ Jetzt entert Richie die Bühne und singt das Lied mit Rogers. Er grinst, er hebt die Faust. Der Song ist eine verschwenderische Jubilation.



Lionel Richie erwägt Corona-Version von „We Are The World“

35 Jahre nach der Veröffentlichung von „We Are The World“  (eingesungen vom prominent besetzten Charity-Projekt „USA for Africa“) erwägt Lionel Richie eine Neuauflage des Stücks. Wie der 70-Jährige im Gespräch mit dem US-amerikanischen Magazin „People“ erklärt, wäre es denkbar, das Lied neu aufzunehmen und die Einnahmen für den Kampf gegen das Coronavirus zu spenden. Planänderung zum Jubiläum Dabei sei zum 35. Jubiläum des Songs eigentlich nichts geplant gewesen: „Vor zwei Wochen sagten wir noch, das wir nicht allzu viel machen wollen, weil es einfach nicht die richtige Zeit dafür ist, ein Jubiläum zu verkaufen. Aber die Botschaft ist einfach so…
Weiterlesen
Zur Startseite