Die 200 besten Songs der Achtziger
Dies sind die größten Hits, die das wilde Musikjahrzehnt zu bieten hatte.
9 Kate Bush, „Running Up That Hill“
Niemand hat Kate Bush jemals vorgeworfen, ein konventioneller Popstar der 1970er Jahre zu sein – ihr erster Hit handelte schließlich von Wuthering Heights. Aber in den Achtzigern, als sie wie eine verrückte Wissenschaftlerin in ihrem eigenen Labor den Fairlight CMI-Synthesizer in die Hände bekam, erreichte sie noch viel wildere Höhen. Sie verwandelte ihre Art-Rock-Phantasien in wolkenbruchartig vibrierende Klangträume wie „Running Up That Hill“. Der Song stürzte 1985 in die U.S. Top 40 ab – wurde aber 2022 zu einem noch größeren Hit und verbrachte den Sommer in den Top 10. Er klang im Radio zwischen Lizzo und Harry Styles genauso bizarr wie einst zwischen Phil Collins und Falco. Aber es ist ein Song, den man unzählige Male hören kann, ohne dass er jemals in den Hintergrund tritt.
8 Duran Duran, „Hungry Like the Wolf“
Duran Duran wurden mit „Hungry Like the Wolf“, dem Hit, der die achtziger Jahre so perfekt zusammenfasste, dass es ein wenig beängstigend ist, zu weltweiten Pop-Idolen. „Hungry Like the Wolf“ ist ihr kunstvoller Glam-Disco-Sex-Stolperer, der archetypische New Romantic-Knaller: Rockgitarre, Funk-Bass, Synthesizer-Glitzer, Simon Le Bons überdrehtes Stöhnen. Und selbst eingeschworene Feinde werden zu diesem Refrain Lufttrommeln spielen. Dieser Song machte DD mit ihrer innovativen Mischung aus Chic und den Sex Pistols zur umstrittensten Band der Ära. Jedes Detail ist darauf ausgelegt, zu provozieren, vom ersten Ton (das Lachen einer Frau) bis zum Höhepunkt (eine Frau, die leicht unterschiedliche Emotionen äußert). Aber „Hungry Like the Wolf“ erhellt trotzdem jeden Raum.
7 The Go-Gos, „Our Lips Are Sealed“
Lernen Sie die Go-Gos kennen: die fünf coolsten Punk-Rock-Mädchen der Stadt, die in ihrem Cabrio durch die Sonne Südkaliforniens cruisen. „Our Lips Are Sealed“ war ihr erster Hit, der jede andere Band hoffnungslos langweilig erscheinen ließ. Vor allem, weil keine andere Band Gina Schock am Schlagzeug hatte. Aber Jane Wiedlin basierte den Song auf ihren Liebesbriefen aus dem wahren Leben. „Ich hatte eine dramatische, traumatische Fernbeziehung mit Terry Hall von den Specials“, erzählte mir Wiedlin im Jahr 2000. „Er hatte damals eine Verlobte – heutzutage würde ich das nicht mal mehr mit der Kneifzange anfassen, aber ich war 19 und dachte mir: Verlobte, Verlobte, Mann.“ Für die meisten Fans ist es jedoch eine Ode an die weibliche Bindung. „Ich sehe das lieber so“, sagte Wiedlin. „Es ist interessanter. Aber es ist ein Lied, in dem jeder seine eigene Bedeutung findet.“
6 Whitney Houston, „How Will I Know?“
Whitneys kreativer Durchbruch – der Hit, den alle mochten. Obwohl sie das Radio mit Balladen wie „Saving All My Love for You“ beherrschte, sparte sie sich ihre gefühlvollste Stimme für diesen übersprudelnden, hormongesteuerten Glitzer-Pop der Achtziger auf und lockerte ihn mit Teenager-Angst-Texten auf, die den Smiths würdig waren (ganz ähnlich wie bei „This Charming Man“, ehrlich gesagt). Auf ihrem Debütalbum wird sie meist als nüchterne Erwachsene verkauft, aber hier klingt sie wirklich wie 22 und fühlt das ewige philosophische Liebe-ist-stark-gegen-ich-fühle-mich-schwach-Dilemma. Whitney rollt ihre Whoops und Growls und mmm-hmmms aus, für einen Hit, der Virtuosität als Euphorie verfeinert.
5 Public Enemy, „Bring the Noise“
Mit „Bring The Noise“, ihrem abenteuerlichsten, radikalsten und wütendsten Werk, das von der Bomb Squad produziert wurde, traten Public Enemy die Türen ein. „Die meisten Leute sagten, Rap-Musik sei Lärm“, sagte Hank Shocklee von der Bomb Squad. „Und wir beschlossen: ‚Wenn sie denken, dass es Lärm ist, dann lass uns ihnen Lärm zeigen! Aber wir werden ihnen auch etwas geben, worüber sie nachdenken können. „Bring the Noise“ geht gleich zu Beginn auf die Nerven: ein Sample von Malcolm X mit den Worten „Too black, too strong“. Chuck D dröhnt lauter als eine Bombe über Flavor Flavs großmäuligem Hype-Man. „Bring the Noise“ erschien im Herbst 1987 auf dem Soundtrack des nicht allzu revolutionären Films Less Than Zero, aber es erhebt einen kühnen Anspruch auf Geschichte, mit Anspielungen auf Run-D.M.C., Anthrax, Sonny Bono und Yoko Ono.