Die besten Doppel-Alben aller Zeiten: The White Stripes – „Elephant“



2003 war eine gute Zeit für die CD, kaum jemand dachte noch in Vinyl, und im Format einer Doppel-LP schon gar nicht – außer Jack White. „Elephant“, der Nachfolger des Durchbruchsalbums „White Blood Cells“, erschien auf zwei Scheiben, und Promo-Exemplare gab es auch ausschließlich auf Vinyl. The White Stripes waren keine kleine Garagen-Band mehr, und plötzlich interessierte sich die Welt auch noch dafür, dass sie geschieden und doch keine Geschwister sind.

Viel haben sie sich die Produktion ihres vierten Albums nicht kosten lassen: ungefähr 9000 Dollar. Für die Aufnahmen waren Meg und Jack White nach London gereist, und sie spielten die Platte – mit Ausnahme zweier Songs – innerhalb von knapp zwei Wochen ein, produziert mit altem Equipment, ohne teuren Schnickschnack oder Computer, denn laut Jack White würde das die Kreativität zerstören.

Mindestens einen Effekt gibt es aber, der die Gitarre bei „Seven Nation Army“ wie einen Bass klingen lässt. Das Eröffnungsstück der Platte war Jacks Versuch, einen Song ohne Chorus zu schreiben, der trotzdem die Aufmerksamkeit der Leute auf sich zieht. Dass ihm das gelungen ist, beweisen Tausende grölender Menschen in Fußballstadien, die die Band aus Detroit vermutlich gar nicht kennen – und ein Grammy für den besten Rocksong (und das beste Alternative-Album).

Zum ersten Mal hört man Meg singen („In the Cold, Cold Night“), Kate Moss räkelte sich zur Coverversion von Burt Bacharachs „I Just Don’t Know What To Do With Myself“, und „The Hardest Button To Button“ bescherte ihnen einen Auftritt bei den Simpsons.

Wer hätte damals gedacht, dass die Band, die zu einer schwarz-weiß-roten Marke geworden war, mit „Elephant“ schon in der letzten Hälfte ihrer Diskografie angekommen war?

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